Kay Ray in Monheim: Streit um Auftrittsverbot für Komiker

Komiker beklagt „Rechtsbashing“ : Auftrittsabsage erntet Lob und Kritik von Monheimer Bürgern

Hat der Bürgermeister Zensur betrieben?

Dem Comedian Kay Ray geht nach eigenem Bekunden „das Rechtsbashing total auf die Nerven“. Irgendwann stehe „Deutschland unter Wasser, weil die Pole schmelzen, aber wir merken es nicht, weil wir gerade mal wieder gegen Rechts demonstrieren“. Wegen dieser Worte hat Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) den für vorigen Samstag in Baumberg geplanten Auftritt des Künstlers kurzfristig unterbunden. „Rechtspopulismus“, so der Vorwurf des Verwaltungschefs. Die Reaktionen sind geteilt: Während ihm die einen dem Bürgermeister auf seiner Facebook-Seite applaudieren, beurteilen andere die Absage als „willkürlich“, Entmündigung, „Zensur“.

Einige Bürger wundern sich, dass der Künstler am rechten Rand verortet werde. Andrea Hübner postet ein Zitat, das im Gegenteil seine Weltoffenheit zeige: Er „unterscheide Menschen nicht nach Religion, Rasse, Hautfarbe und Sexualität, ich unterscheide Menschen nur in zwei Gruppen, in Menschen und Arschlöcher“. Sie wehrt sich gegen jegliche Art der Bevormundung, was ihren Kunstgeschmack angeht: „Ich möchte mir nicht vorschreiben lassen, ob ich dahin gehen möchte oder nicht“. Auch Heiko Marquardt bezweifelt, dass Kay Ray als „Identifikationsobjekt für Rechte“ taugt. „Dass der Bürgermeister seine Wähler für unmündig hält, lässt tief blicken.“ „Wo kämen wir denn dahin, wenn jeder Bürgermeister verbieten darf, was ihm nicht gefällt?“, fragt sich auch Denis Schilling. Überdies wird die Frage gestellt, warum man den Künstler überhaupt engagiert habe, ob man sein Programm nicht vorher auf Konformität mit den politischen Befindlichkeiten habe überprüfen können, bevor man Karten verkauft und dann seine Fans enttäuscht.

Lisa Pientak, Fraktionsvorsitzende von Peto, verteidigt das Vorgehen: Eine Stadt, die auf null Toleranz gegen Rechts setze und sich für ein buntes Miteinander stark mache, könne keine Veranstaltung einer städtischen Tochter dulden, in der in eine ganz andere Richtung gesprochen werde, sagt sie. „Wir würden uns unglaubwürdig machen.“ Kay Ray verurteile Rechtsbashing, also die Kritik an rechten Äußerungen, und das sei inakzeptabel.

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