Jugendzentrum: Offene Tür für kreative Köpfe

Jugendzentrum: Offene Tür für kreative Köpfe

Das Jugendzentrum an der Fröbelstraße bietet an fünf Tagen in der Woche Abwechslung — ob beim Sport, bei Tanz, Musik oder im Café.

Langenfeld. Im Fitnessraum werden Gewichte gestemmt, im offenen Café wird Kicker gespielt, und an der Theke ist immer ein Betreuer, mit dem die Jugendlichen reden können: Im „J@Z“ an der Fröbelstraße fühlen sich Kinder und Jugendliche genau deshalb wohl. Mit verschiedenen Angeboten lockt das Jugendzentrum täglich bis zu 50 Besucher in die Einrichtung.

„Manche Jugendliche haben einen schwierigen Alltag. Wir bieten eine angenehme Umgebung, in der sie eine andere Realität kennenlernen. Die Jugendlichen sollen herkommen, weil sie sich wohlfühlen“, sagt Sozialarbeiterin Stefanie Schlösser, die seit zwei Jahren im „J@Z“ aktiv ist und im April die Leitung übernommen hat.

Sharih (13) und Lisa (15) kommen regelmäßig im Jugendzentrum vorbei. „Hier ist immer jemand zum Quatschen da“, sagt Lisa, die das „J@Z“ erst im Februar für sich entdeckte. „Ich wurde super aufgenommen“, sagt sie.

Das achtköpfige Team bietet den Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm. Zu den Höhepunkten des vergangenen Jahres gehörte ein Gegenteiltag, an dem die Jugendlichen das Jugendzentrum selbst leiten dürften.

Für Schlösser ein voller Erfolg: „Wir mussten lernen, auch mal die Füße stillzuhalten und den Jugendlichen das Vertrauen entgegen bringen, Verantwortung zu tragen. Das hat aber gut geklappt. Das Verständnis ist auf beiden Seiten gewachsen und die Jugendlichen verstehen, warum wir auch mal Nein sagen.“

Ebenso gerne erinnert sich die Leiterin an die Tanzveranstaltung „Trust da Beat“, zu der auch internationale Hip-Hop-Tänzer kamen und das Publikum begeisterten. Grund genug, für dieses Jahr eine Neuauflage zu planen. „Wir haben schon viele Zusagen von hochkarätigen Teilnehmern“, so Schlösser.

Ein ähnliches Platzproblem könnte es geben, wenn das Jugendzentrum wieder Theater spielt. 2012 hatte Schlösser mit den Jugendlichen eine neue Interpretation von Romeo und Julia einstudiert. „In diesem Jahr machen wir wieder etwas anderes. Das heißt, die Jugendlichen müssen noch mal mutig sein, diesen Weg mit mir zu gehen.“

Seit langem hat sich auch das Tonstudio etabliert. Für die Besucher des Jugentreffs gibt es die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung Songs aufzunehmen. Auch eigene Texte können nach Absprache zum Lied verarbeitet werden. Während des Aufnahmetermins werden die Lieder auch fertig abgemischt, so dass jeder ein sehr gutes Resultat mit nach Hause nimmt, das nicht improvisiert wirkt.

Ein Sommerfest ist 2013 zum ersten Mal geplant. Bei einem Tag der offenen Tür sollen Eltern und Schulvertreter das Haus kennenlernen und die Jugendlichen in einem anderen Rahmen erfahren. Stefanie Schlösser will vor allem einen authentischen Einblick geben: „Außerhalb der Einrichtung können wir uns schlecht präsentieren.“ Jeder sei willkommen, sich vor Ort umzuschauen.

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