In Langenfeld beginnt der Krimi-Sommer

Im Flügelsaal des Kulturzentrums lesen Autoren an drei Dienstagabenden aus ihren Werken.

Langenfeld. Nächste Woche wird es kriminell im Flügelsaal des Kulturzentrums. Unter dem Motto „Prämierte Morde“ startet dort die Stadtbibliothek an drei aufeinander folgenden Dienstagen ihre allsommerliche Reihe von Autorenlesungen. Bibliotheksleiterin Martina Seuser verspricht „drei spannende Krimi-Abende“. Der Vorverkauf läuft. Den Auftakt macht Brigitte Glaser mit ihrem Krimi „Bühlerhöhe“. Danach folgen Jutta Profijt („Unter Fremden“) sowie Peter Gallert und Jörg Reiter („Kopfjagd“). Nach Seusers Angaben wurden alle drei Krimis „ausgezeichnet oder waren für einen Preis nominiert“. Hier ein kurzer Überblick:

Foto: Stadtbibliothek

Der Krimi spielt im Jahr 1952: Rosa Silbermann wird mit einem geheimen Auftrag in das Nobelhotel Bühlerhöhe im Schwarzwald geschickt. Die in den 1930ern aus Köln nach Palästina emigrierte Jüdin arbeitet für den israelischen Geheimdienst. Ihre Gegenspielerin ist die misstrauische Hausdame Sophie Reisacher. Die musste 1945 das Elsass verlassen und sucht ihre Chance zum gesellschaftlichen Aufstieg. Beide wissen von einem geplanten Attentat auf Bundeskanzler Adenauer. Autorin Brigitte Glaser wurde 1955 in Offenburg geboren, lebt seit mehr als 30 Jahren in Köln. Bevor sie zum Schreiben kam, war die studierte Sozialpädagogin in der Jugendarbeit tätig.

Foto: Uwe Miserius

Die Syrerin Madiha landet in einem Flüchtlingsheim am Niederrhein. Auf der Flucht aus ihrer Heimat hatte ihr Harun geholfen, der eines Tages spurlos aus der Gemeinschaftsunterkunft verschwindet. Madiha ist ihrem Retter persönlich verpflichtet. So erkundet sie auf Haruns Spuren eine ihr fremde Welt, in der sie Freund und Feind bald nicht mehr unterscheiden kann. Die 1967 in Ratingen geborene Jutta Profijt wohnt in Korschenbroich, arbeitete früher als Exportkauffrau und Übersetzerin. „Unter Fremden“ wurde mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2018 als bester deutschsprachiger Kriminalroman ausgezeichnet.

Heiko Brandt war Ethnologe, bis ihn ein traumatisches Ereignis aus der wissenschaftlichen Bahn warf. Jetzt ist er Hauptkommissar und Leiter des Sonderdezernats für Tötungsdelikte mit fremdkulturellem Hintergrund beim Berliner LKA. Dort führt ihn die enthauptete Leiche eines arabischen Geschäftsmanns mitten hinein in eine Verschwörung um illegalen Waffenhandel. Gallert, 1962 in Bonn geboren, arbeitet seit etwa 20 Jahren als Drehbuchautor für TV-Serien. Reiter, 1952 in Düsseldorf geboren, studierte Ethnologie, Malaiologie sowie Film- und Fernsehwissenschaft. Er ist ebenfalls seit 20 Jahren Drehbuchautor.