Im Rheinpark reifen Pläne für einen Betriebskindergarten

Im Rheinpark reifen Pläne für einen Betriebskindergarten

Nach UCB und Bayer denkt nun erstmals ein Unternehmerzusammenschluss darüber nach, diese Sonderleistung anzubieten.

Monheim. In Monheim gibt es Pläne für eine dritte Betriebskita. Nach Bayer und UCB Pharma könnte sich auch die Unternehmensgemeinschaft Rheinpark vorstellen, eine Kindertagesstätte für den Nachwuchs der eigenen Mitarbeiter aufzubauen. Der Gemeinschaft gehören elf Unternehmen mit insgesamt 800 Mitarbeitern an, darunter Hiller und Maldaner, TML und Trosani Cosmetics. Vorsitzender Bert Schukat von der gleichnamigen Elektronikfirma sagt: „Wir haben uns beraten und gerade Firmen mit sehr hohem Frauenanteil sind an einer Kita interessiert.“

Einen konkreten Zeitplan gebe es aber nicht, man sei noch in grundlegenden Gesprächen. Ob man sich am Ende einig wird, sei noch offen.

Aus seiner persönlichen Sicht würde eine gemeinsame Betriebskita nicht nur die Mitarbeiterbindung erhöhen und Frauen eine frühere Rückkehr aus dem Mutterschutz ermöglichen. „Wenn 2013 Pflichtplätze für unter Dreijährige zur Verfügung stehen müssen, ist eine zusätzliche Kita auch für die Kommune interessant.“ Maximilian Hannemann, der im Rheinpark ein Marketing- und Kommunikationsunternehmen führt, ergänzt: „Zwar würden unsere Mitarbeiter bevorzugt, aber grundsätzlich sollte die Einrichtung offen für alle sein.“

Oliver Brügge von der Wirtschaftsförderung steht dem Ganzen positiv gegenüber: „Wir wissen von den Plänen und werden sie beim nächsten Monheimer Mittagsgespräch mit den Unternehmern thematisieren.“ Grundsätzlich habe die Erfahrung gezeigt, dass Betriebskitas einen sehr hohen Standard bieten.

Erste Ratschläge hat sich die Vereinigung Rheinpark bereits bei Orthomol in Langenfeld und bei UCB Pharma geholt. Bereits seit sieben Jahren gibt es in dem Pharma-Unternehmen einen Betriebskindergarten — den „Mäuseturm“. „Es war eine strategische Entscheidung“, erklärt Unternehmenssprecher Steffen Fritzsche. Das Management wolle Arbeitskräfte mit wertvollem Wissen und Erfahrungen im Unternehmen halten. Um die Aussichten einer Kita zu prüfen, fragte die Firma Anfang 2003 ihre Angestellten. 44 Eltern zeigten sich sofort interessiert.

Ein Jahr später bezogen die ersten 22 Kinder mit ihren Erzieherinnen den Neubau mit dem großen Außengelände an der Alfred-Nobel-Straße.

Neben der Leiterin arbeiten zwölf Mitarbeiterinnen in Teilzeit und ein Praktikant in der Einrichtung. Weil die Eltern konzernweit aus allen Ländern kommen, ist pro Gruppe immer eine Englisch sprechende Ansprechpartnerin dabei. Eine Besonderheit ist der Notdienst an den Wochenenden. Müssen Eltern überraschend auf Dienstreise oder kommen sie später aus dem Ausland zurück als erwartet, wird die Kinderbetreuung arrangiert. Inzwischen spielen 40 Kinder in drei Gruppen. Der „Mäuseturm“ ist somit ausgebucht, es gibt eine Warteliste. Die Plätze kosten monatlich zwischen 310 und 483 Euro, gestaffelt nach Wochenstunden.

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