Hilden: Soap-Star spendet für Kinder

Hilden: Soap-Star spendet für Kinder

Schauspieler Andreas Jancke spendet 20 000 Euro für das Projekt Seiltanz des Kinderschutzbundes.

Hilden. Andreas Jancke hat ein Herz für Kinder - besonders für solche aus Hilden. Der charismatische Schauspieler, der in der ARD-Serie "Verbotene Liebe" den Frauenschwarm Gregor Mann spielt, war am Montag zu Besuch beim Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes - mitgebracht hatte er einen Scheck über 20 000 Euro. Der gebürtige Hildener hat am 6. November an der ARD-Quizshow "Das Duell" teilgenommen und konnte sich gegen die Zuschauer-Kandidatin Susanne Winkel durchsetzen.

Der 31-Jährige musste nicht lange darüber nachdenken, wie er den Gewinn investiert: Durch eine Hildener Familie hatte er in den vergangenen Monaten aus erster Hand miterlebt, wie wichtig die Arbeit des Kinderschutzbundes ist. "Die Tochter dieser Familie ist mit 13 Jahren an Krebs erkrankt. Wir haben sie zum Drehset eingeladen. Doch als der Besuch dann anstand, war das Mädchen bereits gestorben", erzählt Jancke. "Das hat mich sehr mitgenommen. Durch die Spende kann ich nun zumindest die Einrichtung unterstützen, die den Hinterbliebenen, zum Beispiel dem elfjährigen Bruder des Mädchens, in ihrer Trauer beisteht."

Mit dem Projekt Seiltanz wendet sich der Ortsverband an Kinder, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. "Der Gefühlszustand eines trauernden Kindes ist vergleichbar mit einem Balanceakt auf dem Seil", erklärt Christa Chlowinski den Namen des Projektes. Die 52-Jährige ist Geschäftsführerin des Hildener Ortsverbandes und ausgebildete Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche.

Der Verlust von Geschwistern, Großeltern oder Freunden erschüttert. "Besonders beim Tod eines oder beider Elternteile entstehen regelrechte Existenzängste bei einem Kind: Wer versorgt mich jetzt, wer nimmt mich in den Arm? Kinder leiden anders als Erwachsene. Die optimistische Einschätzung, Kinder seien schnell von ihrer Trauer abzulenken, trifft nicht zu", sagt Chlowinski. Solange Ärzte noch helfen können, seien Ansprechpartner vorhanden. "Doch wenn die Medizin am Ende ihrer Möglichkeiten ist, fehlt oft eine Anlaufstelle."

In Trauergruppen oder Einzelgesprächen erfahren die Kinder, dass auch andere Trost brauchen. "Das ist eine heilsame Erfahrung, die verbindet", weiß Chlowinski. Seit der Gründung im Jahr 2005 konnte das Projekt 38 Kinder unterstützen. Zu vielen besteht noch heute ein persönlicher Kontakt.

Um diese Trauerarbeit leisten zu können, ist ein Jahresetat von 30 000 Euro erforderlich, den der Verein mühsam durch Spenden zusammentragen muss. "Anfang dieses Jahres stand das Projekt aus finanziellen Gründen bereits auf der Kippe", berichtet Gabriele Amthor, einer der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. "Durch die Spende haben wir eine wunderbare Basis."