Hilden: Kurzarbeit bei Lindopharm

Hilden: Kurzarbeit bei Lindopharm

Das pharmazeutische Unternehmen streicht außerdem die Samstagsarbeit und die Nachtschichten.

Hilden. Die Wirtschaftskrise macht keinen Bogen um Hilden. Neben 3M, das vor zwei Wochen für sein größtes europäisches Werk in Hilden Kurzarbeit angezeigt hat, trifft es jetzt auch das pharmazeutische Unternehmen Lindopharm an der Neustraße. Dort sind nach Informationen unserer Redaktion ein Großteil der insgesamt etwa 150 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Betroffen sind die Produktion und das Lager.

Die Geschäftsleitung des Unternehmens war gestern zu keiner Stellungnahme zu "internen Angelegenheiten" bereit. Aus Mitarbeiterkreisen verlautete aber, dass das Unternehmen damit auf Auftragsrückgänge reagiere.

Deshalb wurden zudem die Samstagarbeit sowie die Nachtschichten gestrichen. Außerdem verkünden Zettel in den Fenstern, dass vom 6. bis 17. April Betriebsferien sind. Die Mitarbeiter waren vergangene Woche über die Entscheidung unterrichtet worden.

Überraschend kam die Ankündigung für die Mitarbeiter vor allem deshalb, weil das Unternehmen in jüngerer Vergangenheit noch kräftig in den Standort Hilden investiert hatte: Im Sommer vorigen Jahres war der Verwaltungsneubau bezogen worden, zeitgleich wurde am Stammsitz des Arzneimittelherstellers eine neue Lagerhalle gebaut.

Begonnen hatte der stete Ausbau des seit 1947 in Hilden ansässigen Unternehmens bereits zwei Jahre zuvor: Im Oktober 2006 wurde das 3600 Quadratmeter große Pharma-Lager im Gewerbepark Süd, Hofstraße 64, in Betrieb genommen. Damals erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 32 Millionen Euro.

Von dort werden - neben den eigenen Produkten in sieben Anwendungsbereichen (Schwerpunkt sind Schilddrüsen-Therapeutika, die zum Teil am Standort Hilden gefertigt werden) - auch Arzneimittel anderer Pharmaunternehmen gelagert und ausgeliefert.

Dem Vernehmen nach gehen die Auftragsrückgänge bei Lindopharm insbesondere auf Produkte des Arzneimittelherstellers Novartis zurück. Dessen Tochter Hexal habe rückläufige Aufträge aus Russland für ihren Hustenlöser ACC.

Außerdem sei das Lager im Gewerbepark Süd voll mit Produkten der Salutas PharmaGmbH, einer Hexal-Tochter. Neben Produkten dieser Unternehmen werden dort auch Arzneimittel der Firmen Steiner&Co (Berlin), Pharma Wernigerode (Sachsen-Anhalt) sowie Siemens & Co (Bad Ems, bekannt durch Emser Salz) gelagert und in weltweit 48 Länder ausgeliefert.

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