Hilden: Kultur - Die größte Mélange in Hilden

Hilden: Kultur - Die größte Mélange in Hilden

18 Künstler stellen ab Sonntag ihre Arbeiten im Gewerbepark Süd an der Hofstraße 64 aus.

Hilden. "Erstmals haben wir eine so umfangreiche Ausstellung, die bisher größte in Hilden", freut sich Karlernst Braun, Geschäftsführer des Gewerbeparks Süd und damit Eigentümer der Halle12 b/c, in der morgen eine große Vernissage gefeiert wird. Zur Schau mit dem Titel "Mélange" stellen verschiedene Künstler nicht nur im Kunstraum aus, auch die neue Kunsthalle wird erstmals genutzt.

Organisiert hat das Ereignis Iris Gess, Geschäftsführerin des gleichnamigen Wirtschaftsunternehmens. Für sie gehört "die Kunst zum täglichen Leben", denn ihr ursprünglicher Berufswunsch war Malerin. Unterstützt wurde sie vom Hildener Künstler Willy L. Bitter.

Auf mehr als 800 Quadratmetern zeigen 18 Künstler, darunter drei Französinnen, einen repräsentativen Querschnitt ihres Schaffens. Jeder Künstler ist mit unterschiedlich vielen Werken dabei. Bitter hat beispielsweise "intuitiv ausgewählt", was er im Gewerbepark Süd zeigen möchte.

Unter anderem ist "Das Blau auf der Fahrt zum Himmel" zu sehen, eine Karre mit feinkörnigem blauen Pulver. "Man kann Kunst eigentlich nicht erklären. Ich lade jeden ein, dieses Objekt wahrzunehmen", sagt Bitter dazu.

Ein übergeordnetes Thema gibt es nicht. "Daher der Titel Mélange", sagt Gess. Vollkommen unterschiedlich sind die Objekte: Stein, Schnur und Medikament fasst beispielsweise Hermann Görings als "Gruß" zusammen.

Florales in Form von Rosen und Anemonen gibt es von Renate Diekmann ("Natur ist für mich das größte Wunder") zu sehen. Und Elke Tendrich-Veit steuert einen "Engel" und einen "Panzer" bei - kein Kriegsgerät, sondern ein Körperschützer.

"Wir möchten Künstlern eine Bühne bieten, die bislang noch nicht so bekannt sind", erklärt Gess einen Aspekt der Auswahl. "Es ist eine Mischung aus allem", fasst Bitter zusammen - und fügt kryptisch hinzu, dass das Große immer groß sei, das Kleine allerdings nicht immer klein.

Womit er wohl gemeint hat, dass nicht Stars wie Penck, Uecker und Immendorf zu sehen sind, sondern mit Traute Schmaljohann, Martina Wempe oder Marlies Cremer (auch eine Hildenerin) noch No-Names, die aber durchaus Beachtung für ihr Schaffen verdienen.

"Wir wollen eine gute Mischung, also eine Mélange, von zeitgenössischer Kunst ausstellen. Mit Künstlern, die noch nicht berühmt sind, deren Werke aber durchaus mit denen der Großen mithalten können", sagt Gess.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch ein flacher Sandkasten. In ihm können Besucher selbst kreativ werden. Sie und ihr spontan geschaffenes Werk werden dann fotografiert - als einmalige Erinnerung kann das Foto dann mit nach Hause genommen werden.

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