Hilden jazzt auf Rekordkurs

Hilden jazzt auf Rekordkurs

Die Organisatoren sind mit dem Zuspruch mehr als zufrieden. Alle bisherigen Konzerte waren nahezu ausverkauft.

Hilden. Die Hildener Jazztage steuern einem neuen Besucherrekord entgegen. Mehr als zufrieden sind die Organisatoren Peter Baumgärtner und Uwe Muth mit dem bisherigen Zuspruch: "Nahezu ausverkauft" waren die bisherigen Konzerte. Ob die angestrebte Besucherzahl von mehr als 6000 erreicht werde, hänge jetzt vor allem vom Zuspruch der internationalen Jazznacht ab. Doch auch da sind die Organisatoren zuversichtlich, ein "ausverkauft" verkünden zu können.

Den mit mehr als 500 Jazzfreunden größten Besuch verzeichnete bisher der Jazz im Park von Haus Horst am Donnerstag, der das Etikett "großer Erfolg" verdient. Zwar fand die musikalische Sause wegen der prognostizierten Wetterkapriolen nicht im malerischen Park, sondern am Seniorenstift Haus Horst statt. Der ausgelassenen Stimmung tat das keinen Abbruch.

Mit einer deutschen Männerformation, der Atlanta Jazzband, begann das Freiluftkonzert unter dem Betondach. Schlagzeuger Michael Claudi, Trompeter Klaus Osterloh, Kontrabassist Heinz Greven, Klarinettist Georg Mayr, Bernt Laukamp an der Posaune und Pianist Holger Clausen spielten frei nach ihrem Wahlspruch "alter Jazz in neuen Farben" das Beste dessen, was Jazz zu bieten hat. Dabei zeigten sie, dass dieser Musikstil mehr als bloß eine Tonart ist.

"Ich komme jedes Jahr her. Und ich finde es immer wieder toll", schwärmte Beatrice Börgens. Auch Muth und Baumgärtner waren zufrieden. "Die Jazztage sind inzwischen etabliert. Als wir das Programm zusammenstellten, mussten wir bei keiner Band wirklich baggern - der Termin ist eine feste Größe geworden", sagte Muth. Besonders stolz allerdings sind sie auf das Saxofon-Duell am Sonntag im Park der Capio-Klinik. "Einen solchen Wettstreit gibt es eigentlich nicht. Der ist extra für die Jazztage ausgerufen worden."

Doch die Zuhörer genossen zunächst einmal den Donnerstag am Park. Auf grünes Gartenmobiliar platziert - manche hatten für einen erhöhten Sitzkomfort auch Kissen mitgebracht - lauschte man zunächst den Atlantas, ehe nach einer minimalistischen Umbaupause Fay Claasen die Bühne enterte. Ähnlich wie Ella Fitzgerald oder Annie Lennox weiß auch die Niederländerin die kompositorischen Fähigkeiten des großartigen Cole Porter zu schätzen und beglückte ihr Publikum ausschließlich mit ihren Interpretationen seiner Musik. Das nun wieder darf man sich nicht als langweilige Nachsingerei vorstellen, vielmehr bietet die Sängerin eigene Varianten der vertrauten Melodien an. "Das Interpretieren ist eine Kunst. Genau hier habe ich meinen Platz. Hier fühle ich mich absolut zu Hause", sagt sie über sich selbst.

"Was für eine Stimme!", freuten sich Nicole und Fabian Lange, eigens aus Köln angereist. "Kristallklarer Sound", lautete das zustimmende Urteil von Jürgen Schaaf. Und als dann die alte Revue-Nummer "Anything Goes" im groovenden 7/4-Takt gespielt wurde, gab es unter den Gästen kein Halten mehr. Belohnt wurde ihr Auftritt mit tosendem Applaus.