Hilden: Intelligente Häuser

Hilden: Intelligente Häuser

Die Firma Rodehüser sorgt für das Winterlicht in Hilden und feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Hilden. Wer an diesem Wochenende über den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt schlendert und einen Blick auf die Strom-Schaltkästen zwischen den Buden wirft, wird darauf den Namen des Hildener Familienunternehmens lesen: Rodehüser. Auch die Weihnachtsbeleuchtung wird von dort aus mit Elektrizität versorgt. Selbst die Kreuze auf den Türmen von Reformationskirche und St.Jacobus bringt das Unternehmen von Firmengründer Georg Rodehüser (56) zum Leuchten.

Die Installation der festlichen Beleuchtung ist für den Elektromeister allerdings nur ein Nebengeschäft. Sein vor 25 Jahren gegründetes Unternehmen, das am Sonntag Jubiläum feiert, hat sich seither in eine ganz andere Fachrichtung entwickelt.

Aus der klassischen Elektrotechnikfirma, mit der Rodehüsers Ein-Mann-Betrieb einst begonnen hat, ist ein Betrieb mit 15 Mitarbeitern geworden, der sich auf die komplette Gebäudeautomation spezialisiert hat. "Intelligente Häuser" macht Rodehüser aus Schulen, Museen und Bürogebäuden, in denen Licht, Raumklima und Heizung zentral gesteuert, verteilt und optimiert werden. "Alles funktioniert digital", sagt Junior-Chef Martin Rodehüser (27), der sich anschickt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Sein Fachgebiet ist die Gebäudeleittechnik. In diesen Bereich fällt auch seine Diplom-Arbeit, mit der er im Januar sein Studium abschließen wird. Um seine berufliche Zukunft zu sorgen braucht er sich nicht. Das Unternehmen floriert.

Über Bilanzen und Geld wollen Vater und Sohn nicht reden; lediglich dass sich der Umsatz in 25 Jahren verdreißigfacht habe, verraten sie. Ihre Kunden sind Großunternehmen, Industrie, Energieversorger und öffentliche Auftraggeber in ganz Deutschland und dem Ausland. Zu den schlechtesten Gewerbesteuerzahlern in Hilden gehören die Rodehüsers sicher nicht. Wollte man sie mit einem Fußballverein vergleichen, würde der SC Freiburg dem Unternehmen wohl am nächsten kommen: klein, solide geführt, bundesweit und gelegentlich auch international im Einsatz, erste Liga und immer für eine Überraschung gut. In einem Punkt hinkt der Vergleich mit dem Fußball allerdings: Die Konkurrenz ist nicht ganz so groß wie auf dem Rasenplatz.

In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es vielleicht gerade einmal 15 Mitbewerber; neue Konkurrenten kommen auch nicht über Nacht hinzu. "So eine Firma kann man nicht einfach aus dem Boden stampfen. Das muss sich entwickeln und wachsen, weil viele Fachbereiche zusammenfließen", sagt Martin Rodehüser. Die Kenntnis physikalischer Prozesse gehört ebenso dazu wie das Wissen um Programmierung, Planung und den Entwurf von grafischen Bedienoberflächen.

Wie das alles zusammenspielt, veranschaulicht das Beispiel des Aquazoos in Düsseldorf. Dass die Pinguine sich dort bei der für sie idealen Luftfeuchtigkeit wohl fühlen können, ist ein Werk der Hildener Firma. Die Wassertemperatur in den Becken und die Beleuchtung steuern Anlagen aus dem Hause Rodehüser. Selbst die Wasseraufbereitung und die Lufttemperatur werden mit Technik vom Mühlenbachweg geregelt. Von dort aus werden die Anlagen auch gewartet. Dazu brauchen sich die Techniker nicht einmal auf den Weg über die Autobahn machen - vieles geht heute via Internet.

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