Hilden: Für den Einzug in Bereitschaft

Feuerwehr: Die neue Feuerwache ist fast fertig und kann in vier Wochen bezogen werden.

Hilden. "Ende dieses Monats, spätestens Anfang November werden wir einziehen können", sagt Stadtbrandmeister Lothar von Gehlen mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht. Er freut sich, dass der Neubau der Feuerwache seiner Vollendung entgegen schreitet. Rund ein Jahr ist seit dem ersten Spatenstich für den 14 Meter breiten und 56 Meter langen Neubau vergangen, der die wesentlich größere Fahrzeughalle und im Obergeschoss Büros sowie die neue, gläserne Kantine beherbergt. "Damit haben unsere Platzprobleme endlich ein Ende", sagt von Gehlen.

Das Gebäude hat eine Grundfläche von rund 600 Quadratmetern, schließt direkt an die alte Fahrzeughalle an und bildet einen "Querriegel" zum Gelände der benachbarten Stadtwerke hin. Auf der gegenüber liegenden Seite - direkt neben dem Feuerwehrturm - ist zeitgleich eine neue Waschhalle samt Lastwagen-Werkstatt entstanden. "Auch sie wird in etwa drei Wochen voll einsatzfähig sein", sagt der Stadtbrandmeister. In Kombination mit dem alten Gebäudeteil als Achse bildet das gesamte Areal nun ein lang gezogenes "U" mit großem Innenhof und Parkplatzfläche.

Es waren die beengten Verhältnisse, die vor allem den Anbau nötig machten. So stehen die Umkleidespinde in der alten Fahrzeughalle noch direkt hinter den geparkten Einsatzfahrzeugen. "Unsere Leute müssen sich quasi zwischen den Wagen umziehen", beschreibt Wachleiter Hans-Peter Kremer die Situation. Obendrein wurden mittlerweile sogar die immer größer werdenden Löschfahrzeuge mit kleineren Reifen ausgestattet, damit sie überhaupt noch in die Halle passen. "Da waren trotzdem nur noch wenige Zentimeter Luft zur Decke", sagt Kremer: "3,20 Meter sind bei den Dimensionen heutiger Einsatzfahrzeuge ein Unding. Da sieht es mit den jetzt 4,50 Metern wesentlich besser aus."

Hinzu kommt ein separater Umkleide- und Duschtrakt sowie in der Halle eine Entlüftungsanlage für die Abgase der Einsatzwagen. "Das neue Gebäude ist einfach moderner, funktionaler und entspricht den Anforderungen, die an eine professionelle Feuerwehr gestellt werden", sagt Stadtbrandmeister von Gehlen.

1959 war die Grundsteinlegung für eine der damals modernsten Feuerwachen gelegt worden. Doch mittlerweile hat der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen - weniger, was die bauliche Substanz, sondern eben die Funktionalität und die Ansprüche angeht. Daher wird der alte Trakt, der zudem noch voll in Funktion ist und in dessen Erdgeschoss weiterhin die kleineren Einsatz- und Rettungswagen untergebracht werden, auch nicht abgerissen, sondern kernsaniert. "Damit legen wir los, sobald der Anbau bezogen ist", sagt von Gehlen: "Allerdings wird das noch mal eine Heidenarbeit. Und eine Zeit, in der wir mit unseren hausinternen Arbeitsplätzen improvisieren und sicher einige Mal hin- und herziehen müssen."

Komplett fertig sein soll die neue, etwa fünf Millionen Euro teure Feuerwache im Sommer 2011 - "wenn uns der Winter keinen Strich durch die Rechnung macht", wie der Stadtbrandmeister betont.

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