Hilden: Brückenschlag für Patienten

Versorgung: In das Mediplus-Zentrum ziehen vor allem Spezialisten. Im Juli 2011 soll der Bau bezugsfertig sein, 80 Prozent sind vermietet.

Hilden. Am 21. April wird Richtfest gefeiert. "Wir sind wegen des langen Winters zwar ein wenig in Verzug", sagt die Pressesprecherin des Kplus-Verbundes, Cerstin Tschirner. "Den Termin können wir trotzdem halten." Ein Blick auf die Baustelle an der Walder Straße bestätigt diesen Eindruck: Der Rohbau steht, das neue Fachärztezentrum Mediplus vis-à-vis des St.Josefs Krankenhauses nimmt Konturen an. Im Juli 2011 soll es bezugsfertig sein - drei Monate später als ursprünglich veranschlagt.

13 Millionen Euro kostet der fünfgeschossige Bau, in dem auf 6000 Quadratmetern unter anderem eine ambulante Chirurgie, eine neurologische Praxis, ein Dialysezentrum, ein Kieferspezialist sowie das Radiologische Netzwerk Rheinland mit einer Praxis für Nuklearmedizin und Strahlentherapie einziehen werden. Hinzu kommt die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung, die bisher noch im benachbarten Krankenhaus untergebracht ist. Bauherr ist die St. Josefs Krankenhaus Hilden GmbH, die nach der Fertigstellung als Vermieter des Hauses fungiert.

"75 bis 80 Prozent der Fläche sind bereits an den Mann gebracht", betont Cerstin Tschirner. "Was die restlichen 20 Prozent angeht, sind wir zuversichtlich, dass wir sie bis zum nächsten Jahr ebenfalls vergeben haben."

Die bisherigen Fachärzte kommen aus dem Rheinland. "Einige Praxen suchten neue, geeignetere Räumlichkeiten, andere wollten sich ausweiten", so Tschirner. "Das Radiologische Netzwerk mit Sitz in Leverkusen beispielsweise ist auch schon im Haaner Krankenhaus ansässig."

Mit einer überdachten Brücke wird das Mediplus-Zentrum später mit dem Krankenhaus verbunden sein, "so dass Patienten und Ärzte trockenen Fußes zwischen beiden Einrichtungen verkehren können". Dieser Brückenschlag, erklärt die Kplus-Pressesprecherin, sei auch der Grund für das millionenschwere Projekt. "Das St. Josefs Krankenhaus leistet als Akutklinik zwar die Grundversorgung der Patienten in Sachen Chirurgie und Inneres. Bald gibt es alles unter einem Dach, auch die Spezialisten."

Konkurrenz zum von "Wohnen NRW" errichteten Medi-Tower an der Bahnhofsallee, in dem die ersten Mieter bereits eingezogen sind, sieht Cerstin Tschirner übrigens nicht. Auch wenn nach der Fertigstellung 30bis 40 Praxen eröffnet sein sollen, geht sie davon aus, "dass wir uns eher ergänzen werden". Nicht zuletzt würden Praxissitze von der Kassenärztlichen Vereinigung vergeben. "Und die wird darauf achten, dass es in Hilden keinen Überhang bestimmter Fachärzte gibt, die sich gegenseitig die Patienten abjagen."

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