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Hartmut Boecker: Neuer Pfarrer der evangelischen Gemeinde

Hartmut Boecker: Neuer Pfarrer der evangelischen Gemeinde

Hartmut Boecker tritt am Freitag seine Stelle als Pfarrer der evangelischen Gemeinde an. Zuvor war der 49-Jährige in Grefrath tätig.

Langenfeld. Was er einmal werden wollte, wusste Hartmut Boecker schon mit sechs Jahren: Pfarrer. Das Elternhaus gab ihm das Vorbild. Der Vater war selbst Pastor und die Mutter Religionslehrerin. Boecker, 1963 in Wuppertal geboren, wird am Freitag Pfarrer in Langenfeld. Er tritt die Nachfolge von Margret Overhoff an, die 33 Jahre in der evangelischen Gemeinde tätig war und am 18. November in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Boecker hat Abschied genommen von seiner vorherigen Gemeinde Grefrath-Oedt. Dort war er mehr als ein Jahrzehnt tätig. „Als ich dort anfing, habe ich mir eine Amtszeit von fünf Jahren vorgestellt“, sagt er. Doch es wurde mehr daraus.

In der Niersgemeinde gibt es 3000 Gemeindeglieder. „Ich war als Dorfpfarrer eigentlich für alles zuständig“, sagt der 49-Jährige. Doch in Langenfeld mit 15 000 Gemeindegliedern wird er sich eher speziellen Themen widmen. Er kann sich den Kinder- und Jugendbereich vorstellen. Über den Jugendbereich kam er auch auf Langenfeld. Das Reusrather Pfarrerehepaar Annegret Duffe und Christof Bleckmann kennt er seit Jahren, hat Bleckmann immer wieder auf Jugendveranstaltungen erlebt.

Hartmut Boecker ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter. Er freut sich auf die neue Aufgabe in Langenfeld, will zuerst viele Leute kennenlernen. Und die Losung der diesjährigen Fastenzeit ist auf ihn zugeschnitten: „Riskier’ was, Mensch. Sieben Wochen ohne Vorsicht“.

Eine erste Bewährungsprobe ist der kommende Sonntag, wenn zur Gemeindeversammlung in die Lukaskirche eingeladen wird. Die Kirche an der Stettiner Straße hat er schon liebgewonnen. Die Ausstattung gefällt ihm, besonders das kleine Altarbild mit Kornähre und Kelch.

„An den verschiedenen Baustilen sieht man, wann die Kirche entstanden ist. Der Hauptbau wurde 1954 eingeweiht, der weithin sichtbare Turm 1967. Die Bestuhlung ist aus den Achtzigern. Der Fußboden, sonst in Kirchen aus kühlem Stein, ist Teppichboden. „Das ist für unsere Krabbelgottesdienste viel besser“, sagt Boecker. Weitere Vorzüge des Gotteshauses: Es gibt sowohl ein Klavier als ein Spinett, und die Orgel ist die erste mechanische Schleifenorgel der Firma Wyland.

„Ich könnte mir vorstellen, bis zum Ruhestand in Langenfeld zu bleiben“, sagt der Pfarrer, der am 24. März durch Assessor Hans-Michael Bach in sein Amt eingeführt wird. Er ist froh, dass er vor Jahren nicht die Flinte ins Korn geworfen hat, denn Experten gaben dem Beruf des evangelischen Pfarrers wenig Zukunft. Es gäbe zu viele von ihnen.

„Viele meiner Mitstudenten sind dann auch umgeschwenkt. Manche sind Journalist geworden“, sagt Boecker.