Großeinsatz nach Kinderstreit

Sieben Verletzte und ein großes Aufgebot an Rettungskräften lautet die Bilanz, nachdem ein Streit unter Nachbarn völlig eskalierte.

Monheim. Eigentlich hat alles ganz harmlos angefangen. Zwei Kinder, elf und zwölf Jahre alt, spielen auf der Straße. Sie geraten in Streit. Die Mütter eilen herbei, mischen sich ein. Dann die Väter. Nachbarn verständigen die Polizei. Der Streit unter den Familien zieht Kreise, eskaliert. Polizei und Feuerwehr eilen mit einem Großaufgebot herbei. Das ist am späten Samstagabend gegen 21 Uhr.

Mitgeteilt wird der Polizei zunächst ein Streit unter Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus an der Tegeler Straße in Monheim. Dann wird ihr eine Schlägerei mit einer größeren Anzahl von Personen vor dem Mehrfamilienhaus gemeldet. Zunächst rücken drei Streifenwagen aus Monheim und Langenfeld zum Einsatzort aus. Da immer mehr Notrufe zu dem betroffenen Haus bei der Polizei eingehen, werden Verstärkungskräfte der Polizei Hilden, der Polizeisonderdienste (mit einem Diensthundeführer mit seinem Polizeihund) zur Unterstützung entsendet. Inzwischen sind zehn Einsatzwagen mit 20 Polizeibeamten vor Ort. Da von mehreren Verletzten berichtet wird, schickt die Feuerwehr Monheim zwei Rettungswagen und den Notarzt zur Tegeler Straße. Die Lage ist unübersichtlich. Schaulustige versammeln sich vor dem Haus. Für die Polizei ist es schwierig, Schaulustige und Beteiligte der gemeldeten Schlägerei auseinanderzuhalten.

Was ist geschen? Die elf- und zwölfjährigen Kinder von zwei Familien mit Migrationshintergrund spielen vor dem Haus. Im Laufe des Spieles kommt es zum Streit unter den Kindern. Die Mutter des elfjährigen Jungen kommt dazu und weist den Zwölfjährigen zurecht. Offenbar recht drastisch, so dass der Zwölfjährige weinend zu seiner Mutter läuft.

Die 35-jährige Mutter des Zwölfjährigen ist über das Verhalten der anderen Mutter (38 Jahre) empört und sucht ihre Nachbarin auf. Das folgende Streitgespräch eskaliert und die beiden Frauen werden handgreiflich, schimpfen, spucken, kratzen. Um den Streit zu schlichten, eilen weitere Familienmitglieder hinzu. Immer mehr Personen gehen aufeinander los.

Letztendlich, so die Polizei, wird von einer noch nicht ermittelten Person Pfefferspray versprüht. Das beendet das Handgemenge. Durch den Kontakt mit dem Pfefferspray und durch Einatmen des Sprühnebels werden drei Personen verletzt. Vier Personen haben bereits während des Handgemenges Wunden davongetragen.

Alle Beteiligten, so teilt die Polizei mit, werden vor Ort behandelt und können in ihre Wohnungen zurück. Die Polizei zieht gegen 21.30 Uhr sechs der zehn Einsatzwagen ab, die übrigen Streifenwagen bleiben bis kurz nach 22 Uhr vor Ort.

Insgesamt, so teilt Monheims Feuerwehrsprecher Torsten Schlender mit, waren fünf Rettungswagen, ein Löschfahrzeug, ein Notarzt sowie ein Führungsteam im Einsatz.