Galkhauser Bach wird renaturiert

Galkhauser Bach wird renaturiert

Voraussichtlich bis Weihnachten wird der Galkhauser Bach hinter dem Kulturzentrum renaturiert.

Langenfeld. Wenn ein Bach langweilig sein kann, dann ist es der Galkhauser Bach im Bereich des Kulturzentrums. Das finden auch die Tiere, weshalb sie sich dort bisher lieber nicht angesiedelt haben. Schnurgerade, mit Steinen befestigte und sehr steile Uferböschungen sorgen für eine immer gleiche Fließgeschwindigkeit des Wassers. Am Ufer fehlen Sträucher oder Unterholz, welches Schatten spendet und Versteck sein kann. Mehr als unattraktiv für Kleinstlebewesen wie Larven oder Fliegen die normalerweise an einem kleinen Bachlauf, wie dem Galkhauser Bach ihren natürlichen Lebensraum finden.

Das möchte der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) jetzt ändern. Und das muss er ändern, wie Kristin Wedmann, Fachbereichsleiterin Gewässer beim BRW, erklärt: „Nach den Vorgaben der sogenannten EG-Wasserrahmenrichtlinie (Europa Parlament) müssen wir dafür sorgen, dass alle Gewässer in unserem Bereich ökologisch und chemisch in einem guten Zustand sind. Wo das nicht der Fall ist, wie beim Galkhauser Bach, muss das Gewässer aufbereitet werden.“ Voraussichtlich bis Weihnachten ist deshalb der Bereich um den Bach von der Felix-Metzmacher-Straße/Talstraße bis zur Rückseite des Kulturzentrums abgesperrt.

Dort bietet sich den Passanten zurzeit ein Schauspiel, das nicht alle Tage zu sehen ist. Denn die überschüssige Erde am Bachlauf wird mit einem Schreitbagger abgetragen und verladen.

Edward Stasica ist Baggerführer und steuert das Gerät wie auf Spinnenbeinen über den Bach. „Das ist nicht leicht, weil man so viele Befehle gleichzeitig ausführen muss“, sagt er. Stasicia sitzt seit 25 Jahren auf Schreitbaggern. Die Besonderheit: Er fährt nicht auf Ketten, sondern bewegt sich spinnenartig auf in alle Richtungen ausfahrbahren Beinen und Rädern fort. „Ein solcher Bagger ist sehr schonend für den Boden und kann vor allem auf steilen Böschungen gut eingesetzt werden“, sagt Wedmann.

Damit der Bach nicht mehr schnurgrade läuft und unterschiedlich schnelle Fließgeschwindigkeiten entwickeln kann, muss das Bett an Teilen verlegt, und die steile Böschung ausgeweitet werden. „Dann setzen wir Totholz am Ufer ein“, sagt Frank Grittner, Betriebsleiter für Gewässerunterhaltung beim BRW: „Das dient als potenzieller Unterschlupf für Lebewesen. Hier und dort werden auch noch Büsche gepflanzt, denn das Wasser muss optimaler Weise an einigen Stellen überschattet sein.“

Nach wie vor wird der Bach und die Parkanlage rund um das Kulturzentrum für die Bürger frei zugängig sein. Nur wird das Gewässer dann, durch die flacheren Ufer, besser sichtbar sein und manchem vielleicht sogar zum ersten Mal richtig auffallen.

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