Gänselieschen und Kin Wiever

Prinzenpaar, Altstadtfunken und Freundeskreis Boomberger Jecke verwandelten das Bürgerhaus in einen Narrentempel.

Baumberg. Sie waren erstaunt, die Mitglieder des Tanzcorps „Echte Fründe“, als ihnen die Organisatoren des Freundeskreises Boomberger Jecke, Heinz-Peter Strauch (Heipi) und Werner Prast, gestern beim „Schunkelnden Bürgerhaus“ das „Goldene Lindenblatt“ verliehen — die Auszeichnung, die der Freundeskreis alljährlich an diejenigen vergibt, die sich in besonderer Art und Weise um Boombergs Fastelovend und Brauchtum verdient machen.

Mit „stolzer Brust“ nahm Kommandant René Giesen die Ehre entgegen. Bereits seit sechzehn Jahren ist die Kölner „Flittarder Garde“ aus der Domstadt immer mit dabei. Gestern war das Bürgerhaus voll gefüllt mit bunt kostümierten Narren. „Heipi“, der Obernarr der Boomberger Jecke, hieß alle mit dem Schlachtruf „Boomberg dreemol Helau“ willkommen.

Klaus-Dieter Trappe, „d‘r Didi, dä Jeck vom Rhing“, berichtete als Fußballexperte vom „Ball, dem unbekannten Wesen“ und heimste dafür einen Riesenbeifall ein. Auch „Didi“ wurde als besonderer Freund und Förderer der Boomberger Jecke im vergangenen Jahr mit dem „Goldenen Lindenblatt“ ausgezeichnet.

Tusch, Helau: Mit großem Gefolge im Gepäck zogen schließlich Prinz Alexander I. und Lieblichkeit Inge ein. Mit dabei waren auch das Kinderprinzenpaar Timm II. und Prinzessin Ann-Cathrin sowie die „Gänselieschen und Spielmänner“, die eine flotte Sohle aufs Parkett legten und nicht ohne Zugabe davonkamen.

Prinzessin Inge dankte derweil denjenigen, die auf Blumen und Geschenke während ihrer Session verzichtet und für den Narren-nachwuchs in Monheim gespendet hatten. „Sie sind unsere Zukunft in Monheims Karneval. Ohne sie wäre das Monnemer und Boomberger Fastelovend nur halb so schön.“

Eine Glanznummer hatte sich der Freundeskreis Boomberger Jecke an diesem Sonntag an Land gezogen: Bauchredner Jens Meyers, der kaum ein Auge im Saal trocken ließ.

Mit in Baumberg war auch das „Hetörper“ Dreigestirn mit Prinz Michael II., Bauer Volker und Jungfrau Bernadette. Sie hatten ihre Fährgarde mitgebracht, die mit Tanz und Gesang erfreute. Jede Menge amüsanter Sketche gab es von den „Boomberger Jungs“ und den „Pänz vun Gereon“.

Frauenherzen schlugen höher, als die „Kin Wiever“, die berittene Garde zu Fuß, unter Kommandant Peter Wannhoff ihre Gardetänze darbot. Das Duo „Heipi“ und Werner steuerte Mottolieder zu, bis schließlich die Monheimer Altstadtfunken aus dem Bürgerhaus einem wahren Narrtentempel machten.

Die Träger des „Goldenen Lindenblattes“ dankten schließlich mit neu einstudierten Tänzen für ihre Auszeichnungen.

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