Feuerwehr rettet Frau aus Haus

In einem Monheimer Mehrfamilienhaus hat es Montagabend gebrannt. Die Polizei geht derzeit von Brandstiftung aus.

Monheim. Es war am Montagabend gegen 20.30 Uhr, als es im Mehrfamilienhaus an der Anne-Frank-Straße im Berliner Viertel einen lauten Knall gab. Erika Raczyk (82) saß im Wohnzimmer und guckte Fernsehen. Sie ging in die Küche — da sah sie schon Rauch vorm Fenster aufsteigen. Feuer im Keller unter ihrem Küchenfenster. Kurz darauf kam schon die Feuerwehr. Gleich mehrere Hausbewohner und Nachbarn hatten den Kellerbrand bemerkt und den Notruf gewählt. Als die Feuerwehr eintraf, schlugen Flammen aus dem Kellerfenster. Das Feuer drohte ins Erdgeschoss überzugreifen. „Der gesamte Treppenraum war verraucht“, sagt Feuerwehrchef Torsten Schlender.

Foto: Patrick Schüller

Erika Raczyk und andere Mieter hatten das Haus schnell über das Treppenhaus verlassen. Eine bettlägerige Frau (77) und ihr Lebensgefährte (76) blieben in ihrer Wohnung im Erdgeschoss und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Ebenso ein Hund, der alleine in der Wohnung war. Seine Besitzer kamen erst während der Löscharbeiten nach Hause. Ein Feuerwehrmann holte den Hund aus der Wohnung. Die Feuerwehr war insgesamt mit elf Fahrzeugen und 40 Kräften vor Ort. Im Einsatz waren die hauptamtliche Wache, sowie die Löschzüge Monheim und Baumberg der Freiwilligen Feuerwehr.

Wie ist es zu dem Brand im Keller gekommen? Dazu ermittelt jetzt die Polizei. Nach erster gemeinsamer Bewertung von Feuerwehr und Polizei erscheine Brandstiftung sehr wahrscheinlich, schreibt die Polizei in ihrem Bericht. Ein Strafverfahren wegen Verdacht der schweren Brandstiftung sowie weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen seien eingeleitet worden.

Am Tag nach dem Brand steht im Treppenhaus ein Kinderwagen vor der mit Flatterband gesperrten Kellertreppe. Die Polizei hat den gesamten Keller für ihre Ermittlungen und Maßnahmen zur Spurensicherung gesperrt. Ob durch das Feuer auch Schaden am Haus entstand, könne aktuell noch nicht vollkommen ausgeschlossen werden, sagt die Polizei am Dienstag. Der bisher festgestellte Sachschaden belaufe sich nach ersten Schätzungen auf etwa 7500 Euro.

Erika Raczyk steht derweil vor der Haustür und wartet. Sie hat am Dienstagvormittag kein Telefon und keinen Strom. Der Gefrierschrank sei aufgetaut. Sie wartet auf Hilfe von der LEG und darauf, dass der Gestank aus ihrer Wohnung zieht. Wie alle Bewohner durfte sie schon am späten Montagabend wieder in ihre Wohnung. Messungen der Feuerwehr hatten ergeben, dass es nach dem Lüften keine Gefahr durch Kohlenmonoxid mehr gegeben hatte. Schlafen habe sie aber nicht können. Erika Raczyk ist nass geschwitzt. „Die Nerven“, sagt sie. Laut LEG soll Stromversorger Mega um 13 Uhr den Strom wieder anschließen.

Wie ist die Stimmung im Haus? Während Erika Raczyk wartet, gesellt sich der Nachbar aus der ersten Etage dazu. Er ist zum Rauchen rausgekommen. Im Haus sei es sehr friedlich, sagt er. „Hier gibt es keinen Streit.“ Aber kennen würden die Nachbarn sich auch nicht. Kellerbrände und polizeiliche Ermittlungen sind im Berliner Viertel nicht selten. Mitte März 2018, im August 2017 sowie Juni und im August 2015 gab es Einsätze wegen Kellerbränden an der Tegeler Straße. Hinweise nimmt die Polizei entgegen unter der Telefonnummer 02173/9594-6350.

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