Europaprojekt Rumänien: Aufbruch ins Unbekannte

Europaprojekt Rumänien: Aufbruch ins Unbekannte

Langenfeld steht 2013 im Zeichen Rumäniens — und will zeigen, dass es dort mehr zu entdecken gibt als Dracula.

Langenfeld. Leicht geht es Mihai Botorog nun wirklich nicht von den Lippen. Wie er das Image seines Landes einschätzt? „Es soll bekannt werden, dass Rumänien eine Region ist, die besser ist als ihr Ruf“, wagt der Generalkonsul einen Versuch. „Denn der könnte besser sein“, fügt er schließlich doch hinzu. „Rumänien sei bekannt durch Schlagzeilen in den Medien“, sagt Botorog. Und die seien meistens negativ.

Darüber hinaus könnten sich wohl die wenigsten davon freisprechen, mit dem osteuropäischen Land Dracula, Schlösser und Wölfe zu verbinden. Dass Rumänien aber mehr zu bieten hat, will Langenfeld mit seinem diesjährigen Europaprojekt zeigen. Nach Tschechien, Irland, dem Baltikum, Portugal und Dänemark widmen sich zwölf Projektpartner dieses mal dem „unbekannten Land“. Ziel ist es, einen zweiten Blick zu wagen — vorbei an etwaigen Vorurteilen.

Doch ganz ohne Graf Dracula geht es dann doch nicht: Nicht nur bei der Lesenacht in der Don-Bosco-Schule spielen Vampire eine Rolle, auch die Jugendkunstschule bietet ein geheimnisvolles Kunstabenteuer unter dem Titel „Graf Draculas Schloss“ an. Und sogar das Kulturelle Forum wird sich für eine Ausstellung in ein Spukschloss verwandeln.

Eine andere Herangehensweise wählen die Wasserburg Haus Graven, die Stadtbibliothek und das Stadttheater. Sie stellen auf unterschiedliche Weise rumänische Künstler vor — in einer Ausstellung werden Ölbilder des in Rumänien geborenen Horia Ronca ausgestellt, ein Vortrag befasst sich mit Schriftstellerin Herta Müller und eine Inszenierung traut sich mit Eugène Ionesco an einen Dramatiker des absurden Theaters heran.

Dass Rumänien auch eine Reise wert ist, wollen die Volkshochschule und der Förderverein des Stadtmuseums beweisen. Die VHS bietet Ende Juli eine siebentägige Studienreise durch den südlichen und zentralen Teil des Landes. Auf den Spuren des Martyrer-Fürsten Constantin Brâncoveanu werden die wallachischen Klöster und Siebenbürgen besichtigt. Um sich auf die Reise vorzubereiten, startet bei der VHS Mitte Februar ein Sprachkurs. „Die Sprachkurse kommen immer ganz toll an“, sagt VHS-Leiterin Juliane Kreutzmann.

Ein Höhepunkt wird auch wieder der Themenabend im Flügelsaal sein: Die übliche Truppe rund um die künstlerische Leiterin Ingrid Bembennek wird Mitte März mit gespielten Szenen, Musik und Tanz nach Rumänien entführen — und mit so manchem Klischee spielen. „Unbedingt erwähnt werden muss Graf Dracula. Denn an diesem Mythos kommt niemand vorbei“, sagt Ingrid Bembennek lächelnd.

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