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Erster Klimaschutz-Preis der Stadtwerke Langenfeld für Kinder

Langenfeld : Klimafreundliche Projekte von Jury ausgezeichnet

Premiere: Langenfelder Stadtwerke lobten zum ersten Mal einen Klimaschutz-Preis für Kinder aus.

Erdbeeren wachsen in einem Beet der Kita Immigrather Straße in Langenfeld. Die Mädchen und Jungen haben sie selbst gepflanzt. Neben den Obst- und Gemüsebeeten stehen selbst gebaute Insektenhotels. In ihrer Entdeckergruppe beschäftigen sich die Kita-Kinder spielerisch mit Umweltthemen. Damit lagen sie beim erstmals von den Stadtwerken Langenfeld (SWL) vergebenen Kinder-Klimaschutz-Preis ganz vorne. Mit der Jugend der katholischen Kirchengemeinde St. Josef und Martin sowie der Prismaschule teilte sich die Kita den ersten Rang. Alle drei bekamen hierfür im SWL-Servicecenter 1333 Euro.

Seitens der Stadtwerke lobt Hans-Werner Graffweg das Engagement der Kindergärten und Schulen. „Alle haben sich tolle Projekte einfallen lassen.“ Insgesamt vergeben die SWL 5000 Euro. Fünf Langenfelder Einrichtungen und eine Schule aus Ratingen nahmen teil. Die ebenfalls ganz vorne liegenden jungen Katholiken hatten unter dem Motto „72 Stunden – Langenfeld blüht auf“ 14 Hochbeete bepflanzt und zugleich Müll eingesammelt.

Schüler-Projekte befassten sich mit Tier- und Artenschutz

Die Prismaschüler befassten sich in vier Projekten mit Tier- und Artenschutz, regenerativen Energien, Wasser und weiteren Umweltthemen. Die Kita Götscher Weg reduzierte die Nutzung von Plastik.

Jens Hecker aus dem städtischen Klimaschutzteam gratuliert bei der Preisübergabe ebenso wie Bürgermeister Frank Schneider. Letzterer überreicht den stolzen Mädchen und Jungen Scheck und Urkunden, lobt die jeweiligen Projekte. „Es macht nicht nur viel Spaß, sondern ist auch noch sinnvoll!“

Anke Weber, Leiterin der auf Rang drei platzierten Friedrich-Fröbel-Schule, schaut auf eine große Stellwand mit vielen bunten Fußstapfen. „Das Motto unseres Projekts war ,Wir sammeln Fußkilometer’“, erklärt Schülerin Johanna (10). Dabei spiele der Gesundheitsaspekt ebenfalls eine wichtige Rolle, ergänzt die Schulleiterin. Es wurde ein Fußstapfen ausgemalt, wenn ein Schüler zu Fuß gekommen war. Kam er mit dem Auto, so blieb der Fußstapfen weiß. „Insgesamt 2000 bunte Fußstapfen haben wir gesammelt“, sagt Anke Weber. Nun gehen 30 Kinder zu Fuß zur Schule, die zuvor mit dem Auto gefahren sind. Keine Autos, die vor der Schule im Weg stehen – „Ich wünschte, das wäre immer so“, sagt Johanna.

Und genau das soll das Ziel des Wettbewerbs sein: Dass die Kinder sich weiterhin noch so verhalten, wie sie es gelernt haben und vielleicht auch mal ihren Eltern zeigen, wie sie ihre Theorien in die Praxis umsetzen können. „Da seid ihr Kinder uns Erwachsenen oft einen Schritt voraus“, vermutet der städtische Klimaschutz-Koordinator Hecker bei der Preisverleihung. Womöglich werden mehrere Kitas oder Schulen nun gemeinsam etwas für die Umwelt tun. Die Stadtwerke würden sich laut Graffweg darüber freuen, wenn die Preisgelder auch für Klima- und Umweltschutz eingesetzt werden.

Erwachsene können Klimaschutz auch von Kindern lernen

„Wenn ihr Kinder wisst, wie man sich richtig verhält, dann nervt doch bitte auch eure Eltern“, ermunterte Schneider die Mädchen und Jungen. „Erinnert sie immer wieder daran, dass sie zum Beispiel euer Butterbrot nicht in Alufolie tun brauchen.“ Erzieher Tobias Morawe berichtet über ein Mädchen, das bei ihm in der Nähe wohnt und immer mit dem Fahrrad fährt. „Es fragte mich immer wieder, wieso ich denn mit dem Auto gekommen sei, wenn ich so nah an der Schule wohne.“ Da lernt ein Erwachsener etwas von
einem Kind.