Elektroautos tanken Strom vom Dach

Die Preise für Batteriespeicher sind gefallen. Die Verbraucherzentrale bietet eine Beratung an.

Langenfeld/Monheim. Elektroautos sind in Zeiten von Diesel-Skandal und denkbaren Fahrverboten eine mögliche Alternative. Solaranlagen auf Hausdächern beschäftigen Umweltschützer und Sparfüchse schon einige Zeit. Mit der Kampagne „Sonne im Tank“ kombiniert die Verbraucherzentrale Langenfeld beide aktuellen Themen und bietet vergünstigte Energieberatungen zu Solarstrom an.

Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Eigenheim oder Firmengebäude bietet in vielen Fällen Einsparpotenzial, die Technik ist ausgereift und vielfach erprobt. Immer häufiger werden in diesen Anlagen Batteriespeicher eingebaut, die den Solarstrom auch nach Sonnenuntergang nutzbar macht. Die deutlich gesunkenen Preise für Speicher verkürzen die Amortisationszeit erheblich. Jetzt gibt es für potenzielle Käufer eines E-Autos einen zusätzlichen Grund, sich mit spitzem Bleistift zu fragen „Lohnt sich Solarstrom?“

„Mit Solarmodulen kann das Dach zur Stromtankstelle werden“, erklärt Florian Bublies von der Energieberatung Langenfeld. „Die durchschnittliche Solaranlage auf einem Einfamilienhaus liefert — aufs Jahr gerechnet- mehr Strom als ein privater Pkw üblicherweise verbraucht“, ergänzt Thomas Bertram von der Energieberatung des Kreises. Sonnenstrom direkt im Haus zu verbrauchen, etwa für das E-Auto, lohnt sich mehr als die inzwischen verminderte Einspeisevergütung ins Netz. Wenn die Tages-Sonnenenergie zwischengespeichert ist, kann der Wagen des Berufspendlers auch zum Abend hin noch „betankt“ werden, etwa an der 22-Kilowatt-Ladestation am Haus. So ist das Auto nicht nur rechnerisch sauber unterwegs, sondern fährt mit weniger fossiler Energie. Bei optimaler Abstimmung und intelligenter Steuerung der technischen Bausteine soll — so die Experten — ein Solarstromanteil von rund 70 Prozent zu erreichen sein. Ob fürs E-Auto oder nur so: Die Beratung, ob und wie sich Solarstrom für eine private Immobilie oder Firmengebäude rechnet, hängt von vielen Faktoren ab, etwa Dachgröße, und -Neigung, Himmelsrichtung, Bäume, Dachgauben, Bausubstanz und so weiter. Die Verbraucherberatung bietet zum Preis von 60 Euro eine 90-minütige Vor-Ort-Beratung an. Erste Aussagen zu den persönlichen „Solarstrom-Chancen“ bietet die Homepage der Verbraucherzentrale. Dort kann der Interessent die Effekte der unterschiedlichen Anlagen und Speichergrößen erkennen.

Dazu gibt es einen Leitfaden für die Planung und Erfahrungsberichte. „Jede Entscheidung in diesem Gesamtsystem stellt wichtige Weichen und kann schlimmstenfalls Chancen für später verbauen“, wirbt Jens Hecker, Klimaschutzbeauftragter der Stadt für das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale.

In Hilden gibt es bereits rund 350 Photovoltaikanlagen. „Wir als Stadtwerke wollen dieses Thema auch vor Ort angehen“, erläutert Vertriebsleiter Oliver Schläbitz. Auf der Internetseite des kommunalen Versorgers können Interessierte in einem Schnellcheck ihr Solarpotenzial ermitteln, eine Solaranlage planen und auf Wunsch auch finanzieren. Zudem gibt es staatliche Förderung: Für die Solaranlage selbst sind (nur) Darlehen möglich; die 22-kw-Ladestation wird unmittelbar gefördert.

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