Ehrenamtstour macht Station vor dem Marktkarree in Langenfeld

Langenfeld : Ehrenamtstour macht Halt in Langenfeld

Bürgerschaftliches Engagement soll stärker werden. Ehrenamtliche informieren vor Ort.

Wer sich ehrenamtlich engagiert ist oft 50 Jahre und älter. Vor allem Frauen machen mit, unterstützen Flüchtlinge, Senioren oder helfen Kindern bei den Hausaufgaben. Bei der Freiwilligenagentur in Langenfeld sind 400 Ehrenamtliche registriert. 80 Prozent von ihnen sind weiblich. Barbara Schamarek und ihre Kollegen versuchen, für sie die passenden Einsatzorte zu finden; etwa beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), bei der Caritas, im Stadtmuseum, beim Kinderschutzbund oder im Reparaturcafé. „Ehrenamtliche werden natürlich nicht nur im sozialen Bereich gesucht“, ergänzt Guido Feld. Sie setzten sich auch als Verbraucherscouts, im Fußballverein oder bei der Gartenpflege für andere Menschen ein.

Die Mitarbeiter der Freiwilligenagentur Langenfeld – die selber auch ehrenamtlich tätig sind – informierten am Freitag bei einer NRW-Ehrenamtstour vor dem Marktkarree über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Stadt. Ebenfalls dabei war die Arbeiterwohlfahrt mit einem Stand. Dort erhielten Interessierte Infos zum Veranstaltungsprogramm.

Organisator war die Staatskanzlei. Die Landesregierung wolle gemeinsam mit allen Akteuren bürgerschaftliches Engagement stärken. Dafür werde eine Strategie für das Land entwickelt, mit dem Ziel, den Engagierten und den Kommunen bessere Bedingungen anzubieten. Klingt erst mal abstrakt. Christiane Kracker (Staatskanzlei) wollte deshalb in Langenfeld mit Bürgern ins Gespräch kommen. „Uns ist es wichtig zu hören, wo Rahmenbedingungen verbessert werden müssen“, sagt sie. Das Wetter hielt zwar gestern viele von einem Marktbesuch ab, doch: „Wir sind zufrieden mit der Resonanz“, sagt sie.

Feedback erhielt sie unter anderem von Rüdiger Weißelberg, der sich „aus Überzeugung“ ehrenamtlich engagiert. Er hat die Zwar-Gruppe in Baumberg mit aufgebaut. „Ich bin begeistert von der Idee und dem Effekt dieser Gruppen. Die Menschen kennen sich und helfen einander. Ein toller sozialer Aspekt.“ Er wünscht sich aber, dass kleinere Netzwerke wie Zwar von den Städten und vom Land Nordrhein-Westfalen finanziell mehr Unterstützung bekommen.

Gründe, sich ehrenamtlich zu engagieren gibt es viele. Für ältere Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind, sei es ein wichtiger Aspekt, mit anderen zusammen zu sein. „Und sie haben plötzlich wieder ein Ziel“, ergänzt Barbara Schamarek.

Hin und wieder meldeten sich auch junge Leute bei der Freiwilligenagentur. Kürzlich erst habe man eine 15-jährige Schülerin vermittelt, die jetzt stundenweise im Café eines Seniorenheimes aushelfe. „Es ist schön, Jugendliche dafür zu begeistern“, sagt Veronika Friedensdorf von der Langenfelder Freiwilligenagentur abschließend.

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