Ehemalige Arbeitslose helfen bei Jobsuche

Ehemalige Arbeitslose helfen bei Jobsuche

Das Projekt „OpenDoors“ des SkF bekommt seit Anfang des Jahres keine Unterstützung mehr vom Land. Jetzt gibt Langenfeld 40 000 Euro.

Langenfeld. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) startet mit „OpenDoors“ ein neues Projekt zur Förderung der sozialen Teilhabe von benachteiligten Menschen. Ein niederschwelliges Angebot auf Augenhöhe, das von der Stadt Langenfeld mit einer einmaligen Förderung von 40 000 Euro unterstützt wird.

„Es gibt in unserer Stadt viele Menschen, die aufgrund ihrer finanziellen oder sozialen Lage vereinsamen“, sagt Dorothea Domasik. Sie ziehen sich zurück, kapseln sich ab, geben sich auf. Diese Erfahrung hat die Bereichsleiterin der Beschäftigungsförderung im SkF in den vergangenen Jahren gemacht, als sie das Projekt „Schritt für Schritt — Brücken bauen“ lancierte.

Dieses verfolgte ein ähnliches Ziel, stärkte die Nutzer des Angebots mit Hilfe ausgebildeter ehrenamtlicher Lotsen zusätzlich in ihrer Beschäftigungsfähigkeit und verzeichnete dabei gute Erfolge. „Wir hatten beispielsweise einen dabei, der zehn oder 15 Jahre nicht gearbeitet hatte und durch das Projekt eine Beschäftigung fand.“ Die Lotsen verfügen oftmals selbst über ähnlich Erfahrungen wie ehemalige Hartz IV-Empfänger und begegnen den Hilfesuchenden auf Augenhöhe, begleiten sie zu den jeweiligen Ämtern, unterstützen sie in diversen Lebenslagen.

„Hilfe zur Selbsthilfe“, bringt es Domasik auf den Punkt. „Leider wurden, trotz mündlicher Zusagen, kurzfristig die Fördermittel von der jetzigen Landesregierung Ende 2017 eingestellt“, berichtet Stephanie Krone, Geschäftsführerin des SkF Langenfeld. Weil so kurzfristig keine neuen Förderer gefunden werden konnten, musste das Projekt eingestellt werden.

Um die investierten Mittel und die geleistete Arbeit über drei Jahre in den Aufbau eines solch guten Angebotes nicht im Sande verlaufen zu lassen, sprang die Stadt in die Versorgungslücke. „Wir wollten den SkF nicht im Regen stehen lassen“, sagte Marion Prell, Vizechefin im Langenfelder Rathaus. Für den Bereich Soziales, für den sie unter anderem zuständig ist, seien 40 000 Euro schon eine „Spitzenförderung“, die sowohl der Sozialausschuss als auch der Rat „sehr gerne unterstützen“, vor allem aber auch, weil es eine deutliche Erwartungshaltung gebe. „Der SfK hat uns zugesichert, dieses Projekt ab 2019 wieder über Fördergelder anderer Institutionen zu finanzieren.“ So führt der Sozialdienst bereits Gespräche mit dem Jobcenter und der privaten Förderorganisation Aktion Mensch. OpenDoors soll bewusst keine Fortführung von Schritt für Schritt sein, das 2014 an insgesamt fünf Standorten gestartet war, sondern eine Weiterentwicklung, die dank städtischer Unterstützung nur noch in Langenfeld fortgeführt wird. Dadurch, dass OpenDoors an das Beschäftigungsangebot im gleichnamigen Secondhand-Laden „ProDonna“ (Solinger Straße 63) angedockt ist, kommen Domasik und die für das Projekt zuständige Sozialpädagogin Annette Mildenberger an ihre Zielgruppe.

„Es geht erstmal nur darum, dass die Menschen miteinander in Kontakt kommen, beim Kaffeetrinken oder gemeinsamen Spaziergang Vertrauen fassen und sich öffnen“, sagt Mildenberger. Zehn Lotsen aus dem vergangenen Projekt stehen der Sozialpädagogin zur Verfügung. Weitere zehn sollen nun akquiriert und ausgebildet werden. Infos zur Lotsenausbildung gibt es bei Annette Mildenberger unter Telefon 02173/3947658.