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DM ist ein Traum für Langenfelder Sprinter

Leichtathletik : Langenfelder Sprinter waren bei DM dabei

Die Staffel U 16 über 4x100 Meter war mit ihrer Zeit nicht glücklich. Aber dabei sein ist alles.

Es war ein Abenteuer und bereits die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften außergewöhnlich für die jungen Sprinter der SG Langenfeld (SGL). Hinter den Nachwuchs-Leichtathleten lag da schon ein kaum zu erwartender Aufschwung, denn vor einem halben Jahr gab es nur einen einzigen männlichen Vertreter in der Altersklasse U 16. Danach hat sich aber eine Menge getan – woran viele beteiligten waren. Die weibliche U 16 etwa trieb das „Recruiting-Verfahren zur Bildung einer Mannschaft voran und das Trainerteam die sportliche Ausbildung. Ergebnis: Jonathan Nummert, Nils Benzler, Jannes Fichtner, Simon Hable und Leon Kleber durften jetzt mit der Staffel in Bremen ihren Traum von den Deutschen Meisterschaften leben.

Bei den NRW-Meisterschaften knackte die SGL die Norm

Erst bei den NRW-Meisterschaften, der letzten vorhandenen Möglichkeit, knackte die SGL-Staffel mit 47,69 Sekunden über 4x100 Meter die Qualifikationsnorm (48,00) für die nationalen Titelkämpfe. Anschließend standen für die Vorbereitung/Organisation des DM-Starts nur zwei Wochen zur Verfügung, sodass sich die Trainer sofort an die Arbeit
machten.

Ein zusätzlich Schub: Langenfeld hatte die Quali ausschließlich mit eigenen Sportlern geschafft, während viele andere Vereine den Weg über eine Startgemeinschaft wählten.

Dass die Deutschen Meisterschaften noch einmal eine deutlich größere Hausnummer sein würden, war klar. „Besonders die unterschiedlichen Entwicklungsstände der 15jährigen fallen auf“, sagte Trainer Thomas Eich, „die Konkurrenz war riesig und auch von anderem Kaliber.“ Als Beleg führte er an, dass der schnellste U-16-Starter die 100 Meter unter elf Sekunden schaffte – was im Vergleich zum persönlichen Rekord des schnellsten Langenfelders Nils Benzler (11,77 Sekunden) bereits eine Welt ist. „Genau diesen Anreiz macht es allerdings aus, sich mit den besten Leichtathleten Deutschlands zu messen“, betonte Eich. An Ort und Stelle sah er dann, dass die jungen Langenfelder tatsächlich alles aus sich herausholten.

Bei nicht optimalen äußeren Bedingungen mit verregneten 16 Grad standen in Bremen die Vorläufe der Staffel an. Weil die Tribüne voll besetzt war, passte auf der anderen Seite immerhin die Stimmung zur hochkarätigen Veranstaltung. „Die Jungs waren schon recht nervös, das war schon bei der Hinfahrt zu bemerken.

Es wurde etwas ruhiger als gewöhnlich bei der Anreise vom Hotel zum Stadion“, berichtete Langenfelds Coach. Die Sprinter waren zum Saisonhöhepunkt ideal vorbereitet und auch in guter Form angereist. Trotzdem fehlte es ihnen im Vorlauf an der üblichen Präzision, denn zweimal ging bei den Wechseln etwas schief und viel Zeit verloren – was vermutlich der Grund dafür war, dass keine neue Bestzeit heraussprang.

Die Stimmung nach dem Zieldurchlauf war etwas gedrückt

Beim Zieldurchlauf zeigte die Uhr letztlich 48,42 Sekunden an, sodass die Stimmung zunächst leicht gedrückt war. Das änderte sich allerdings bald wieder, zumal sich die SGL-Sprinter vom 31. Rang in der Meldeliste auf Platz 24 in der MeisterschaftsWertung vorarbeiten konnten. Das ist aus Sicht aller Trainer eine echte Erfolgs-Geschichte und ein Grund, wirklich stolz zu sein.

Außerdem hat Langenfeld Appetit darauf bekommen, die Atmosphäre bei Deutschen Meisterschaften noch einmal zu erleben. Logisch deshalb: Ziel für 2020 ist es, erneut die DM-Qualifikation zu schaffen. Dass die Konkurrenz dann nach dem Wechsel in die Altersklasse U 18 noch größer ist, schreckt die Langenfelder Sprinter keineswegs ab. Und wie es ist, alle zu überraschen, wissen sie ja ganz gut.