Türkische Gemeinde in Monheim Ditib-Moschee wird 2025 fertig

Monheim · Der Neubau der Osman-Gazi-Moschee hat sich aufgrund der Corona-Pandemie verzögert. Und die Baukosten sind gestiegen. Diese Gewerke arbeiten aktuell auf der Baustelle an der Mevlana-Rumi-Straße.

Die neue Ditib-Moschee soll im kommenden Jahr fertig werden.

Die neue Ditib-Moschee soll im kommenden Jahr fertig werden.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Erdogan Akpolat hofft, dass die türkischen Gemeindemitglieder im kommenden Frühjahr ihre Gebete während des Fastenmonats Ramadan im Gemeindesaal der Osman-Gazi-Moschee verrichten können. Im weiteren Verlauf des Jahres 2025 soll dann der gesamte Komplex an der Mevlana-Rumi-Straße mit den Schulungsräumen und drei Wohnungen für die Imame Eröffnung feiern, berichtet der Dialogbeauftragte und Pressesprecher der Ditib-Gemeinde. „Wir errichten hier keine Moschee im klassischen Sinne, sondern ein Bildungszentrum.“

Immer wieder hat es Baustopps gegeben. Wie bei anderen Projekten auch, ist das Vorhaben der Ditib-Gemeinde durch Corona ins Stocken geraten. Lieferengpässe haben es schwieriger gemacht, das Material zu besorgen, Handwerker waren nicht verfügbar, und die Spenden flossen spärlicher, weil viele Veranstaltungen nicht stattfinden konnten. „Wir finanzieren den Bau komplett aus Spenden“, sagt Akpolat. Gesammelt wird über die Homepage und durch persönliche Besuche in den Gemeinden der Region. „Das ist viel Kleinarbeit“, sagt der Sprecher. Sollte der Neubau ursprünglich 4,5 Millionen Euro kosten, werden es jetzt wohl sechs Millionen Euro sein, vermutet Akpolat. Doch wie viel teurer der Neubau tatsächlich wird, lasse sich erst zu einem späteren Zeitpunkt beziffern. „Es sind noch nicht alle Gewerke vergeben.“ Die Firmen werden immer erst dann beauftragt, wenn wieder genügend Spenden zusammen gekommen sind. Die Gemeinde nimmt keine Kredite auf. „Jetzt fehlt uns noch eine größere Summe. Etwa eine Million Euro benötigen wir für die nächsten Schritte“, sagt Akpolat.

Den Eingang flankieren seit 2021 zwei 25 Meter hohe Minarette, die per Schwertransporter von der türkischen Schwarzmeerküste nach Monheim gebracht worden sind. Die Stahlkonstruktion ist mit Glasfaser ummantelt und lässt sich „gut reinigen“, berichtet der Dialogbeauftragte. Über Stufen gelangen die Besucher ins Foyer und dann in den großen, hellen Gebetsraum mit Empore. Dort oben beten die Frauen. Der Gebetsraum im Erdgeschoss wird mit Predigerkanzel und Gebetsnische ausgestattet. 2022 erhielt das imposante Gebäude seine Kuppel, eine Holzkonstruktion, die demnächst wärmedämmend verkleidet und mit farbigen Kalligrafien verziert wird, sagt Akpolat: „Die Innengestaltung soll so schlicht wie möglich gehalten werden.“ Die Wände werden sieben Meter hoch mit weißem Marmor ausgekleidet. Auch dort werden Kalligrafien angebracht.

An vielen Stellen im Haus sind gerade Arbeiter verschiedener Gewerke im Einsatz. Sie installieren die Wasser- und Elektroleitungen, die Lüfung, arbeiten am Dach und an der Fassade. Dank Wärmepumpe und Solaranlage wird das Gemeindezentrum mit erneuerbaren Energien betrieben. „Im Sommer bekommt die Außenwand eine Verkleidung mit sandfarbenem Naturstein aus dem Schwarzwald“, merkt Akpolat an. Im Anschluss würden die Innenräume gestaltet.

Insgesamt hat der Komplex eine Nutzfläche von 3600 Quadratmetern inklusive Keller, Erdgeschoss und erster Etage. Auf das Foyer und den Gebetsraum mit der Empore entfallen davon rund 550 Quadratmeter.

In einem Innenhof wird es die Möglichkeit zum Aufenthalt und einige Sitzgelegenheiten geben. Rund 60 Parkplätze stehen zur Verfügung. Baubeginn war 2018. Der Architet Abdullah Baba aus Duisburg hat die Pläne für die Moschee entworfen. Das Grundstück neben dem Mona Mare hat die Stadt der Gemeinde unentgeltlich überlassen.

Rund 660 Mitglieder hat die türkische Gemeinde. Fast alle leben in Monheim. Bis die neue Moschee fertig ist, kommen die Gläubigen an der Niederstraße zusammen. Der überwiegende Teil ist zwischen 40 und 50 Jahre alt. Unter den Besuchern seien auch viele Jugendliche, berichtet der Sprecher.

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