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Digitaltechnik für die Straßenbeleuchtung: Langenfeld macht Laternen schlau

Digital- und Infrastukturgesellschaft : Laternen bestehen den IQ-Test

Nach erfolgreicher Erprobung soll die digitale Technik nun in der ganzen Stadt installiert werden.

Den Intelligenztest im Freizeitpark Langfort haben die neuen Straßenlaternen bereits bestanden. Nach erfolgreicher Erprobung der Digitaltechnik in und an den Masten gilt es nach Angaben von Bürgermeister Frank Schneider nun, computergesteuerte Messungen im gesamten Stadtgebiet nutzbar zu machen. „Hierfür haben wir ja gerade die Langenfelder Straßenbeleuchtung von Innogy zurückgekauft.“ Und die nach einem Gutachten des Fachanwalts Martin Brück von Oertzen im Stadtrat beschlossene Digital- und Infrastrukturgesellschaft Langenfeld mbH (DIGL) sei jetzt gegründet.

Was soll die DIGL bewirken?

Auf dem Weg zur computergesteuerten Smart City hatte Gutachter von Oertzen den Langenfeldern solch ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt empfohlen. Die DIGL soll bewirken, dass die Möglichkeiten der mit Digitaltechnik intelligent gemachten Laternenmasten sinnvoll genutzt werden und Erlöse ins Stadtsäckel fließen. Im Dezember stellte der Stadtrat 3,5 Millionen Euro für den Rückkauf der Straßenbeleuchtung und die weitere Digitalisierung bereit.

Wer führt die DIGL?

Bis in der zweiten Jahreshälfte ein hauptamtlicher Geschäftsführer seinen Dienst antreten wird, erledigen Stadtkämmerer Thomas Grieger und Bau-Fachbereichsleiter Ulrich Beul gemeinsam kommissarisch diesen Job. Deren erste Amtshandlung war es, den Betrieb des Beleuchtungsnetzes auszuschreiben. „Die Stadtwerke Bremen haben den Zuschlag bekommen“, berichtete Schneider. Dieses Unternehmen sei bereits in der Region aktiv und habe ein Büro in Langenfeld.

Was ist digitaltechnisch vorgesehen?

Fest in der Planung ist laut Bürgermeister noch in diesem und im nächsten Jahr der Aufbau eines so genannten LoRaWAN-Netzes (siehe Infobox) über ganz Langenfeld. „Es ist ein langsames Datennetz zur Übertragung vor allem von Sensorikdaten in einer Reichweite zwischen zwei und zehn Kilometer.“

Was haben Bürger und heimische Firmen von den Investitionen?

Nach Angaben des städtischen Digitalisierungsbeauftragten Joachim Stephan wurden beim monatelangen Test im Freizeitpark Langfort die technischen Möglichkeiten der 30 dort neu installierten Leuchtstelen ausgelotet: Sie strahlen nicht nur in der Dunkelheit, sondern einige von ihnen ermöglichen auch drahtlosen Internet-Empfang, Luft-, Wetter-, Bewegungs- und Tempomessungen sowie Kameraüberwachungen. „Durch das einfache Andocken weiterer Sensorik an einzelnen Masten können wir auch Schadstoffe und andere Umweltdaten messen.“ Interessante Erkenntnisse sollen Passantenzählungen auf einzelnen Straßen bringen.

Wird sich durch die Investitionen auch das Internet in Langenfeld verbessern?

Das eigene Beleuchtungsnetz ist nach Bürgermeister Schneiders Worten zudem Grundlage für einen Ausbau des so genannten 5G-Standards, also schnelleres und leistungsstärkeres Internet – vor allem für Smartphones. „Wir wollen in Langenfeld 5G schnell umsetzen. Dazu bedarf es der Fördermittel des Bundes oder des Landes, um die wir uns bewerben.“ 5G erfordere die Installation von so genannten Smart Cells innerhalb kurzer, möglichst gleichmäßiger Abstände zwischen 500 und 1000 Metern. Dafür bieten sich insbesondere Masten der Straßenlaternen an, von denen es in Langenfeld laut Verkehrsreferat aktuell etwa 6700 gibt.