Dieter Ritter: Vom Hobby-Brauer zum Bier-Profi

Dieter Ritter: Vom Hobby-Brauer zum Bier-Profi

Aus Spaß hat Dieter Ritter eigenes Bier gebraut — das immer bekannter wurde. Nun macht er in Köln eine richtige Umschulung zum Brauer und Mälzer.

Monheim. Mit seinem Turmbräu hat er wiederholt für Furore gesorgt: Dieter Ritter. Der 47-Jährige Monheimer braut das Alt selbst. Die süffige Premiere beim Stadtfest im vergangenen Sommer war ein Erfolg. Und als eine Delegation im September nach Wiener Neustadt fuhr, da war auch Dieter Ritter dabei — mit besagtem Alt aber auch Böll-Bier, seine Kölsch-Kreation. Und in der österreichischen Partnerstadt kamen seine Biere ebenfalls an.

Da verwundert es nicht, dass Dieter Ritter auch beim kommenden Stadtfest wieder einen Stand haben wird. Aber diesmal ist alles anders. Denn er kommt nicht als Hobbybrauer daher, sondern nun als Profi. Denn Dieter Ritter ist seiner inneren Berufung nun konsequent gefolgt: Er macht eine Umschulung zum Brauer und Mälzer.

„Ein wenig komisch ist das schon. Jetzt gehe ich mit 20-Jährigen wieder zur Schule“, sagt Dieter Ritter und lacht. Er hat gleich doppelt Grund dazu. Denn er selbst hat viele Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet.

Bier getrunken hat der Monheimer immer schon ganz gerne. Aber das eigene brauen? Eine Sendung der Hobbythek zu dem Thema hatte Dieter Ritter neugierig gemacht. „Ich fing an zu experimentieren. Das machte richtig Spaß“, erinnert er sich. Doch anfangs hätte er „im Leben nicht daran gedacht, das zum Beruf zu machen“.

Dabei lernt er das Brauhandwerk jetzt nicht irgendwo. Dieter Ritter geht in die Lehre bei Diplom-Braumeister Peter Esser. Das hat aus Monheimer Sicht etwas ganz Spezielles. Denn nicht nur, dass Monheim bis vor gar nicht allzu langer Zeit das Phänomen innehatte, Alt und Kölsch zu brauen. Der Bieräquator lässt grüßen! Nein: In Köln macht Dieter Ritter auch genau das.

Hintergrund ist die Tatsache, dass sein Lehrmeister gebürtiger Düsseldorfer ist. Und als solcher wollte er auch im „Feindesland“ nicht auf sein herbes Dunkles verzichten. Mehr noch: Er setzte es — recht mutig — auf die Getränkekarte seiner „Braustelle“, ein Brauhaus in Köln-Ehrenfeld. Und gar nicht selbstverständlich: In der Domstadt wird das Dunkle angenommen. Auch wenn es in dem Lokal natürlich Kölsch gibt.

Zwei Jahre dauert die verkürzte Umschulung von Dieter Ritter. Doch was hat er als Brauer und Mälzer dann vor? „Schauen wir mal. Jetzt wird erst mal gelernt“, sagt er. Dann lächelt er verschmitzt bei der Frage, ob er sich ein richtiges Brauhaus in Monheim vorstellen könne. „Na, ja: Das wäre schon toll. Dann gäbe es endlich wieder Monheimer Bier. Aber das ist jetzt erst einmal Zukunftsmusik.“

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