„Die Männer sollen uns auf Händen tragen“

„Die Männer sollen uns auf Händen tragen“

Das Doll Eck war zum 40. Mal fest in Frauenhand. Die Männer hatten wie immer nichts „zu kamellen“.

Monheim. Von der Eroberung des Rathauses noch ganz überwältigt, sind Monheims Narren pünktlich um 11.11 Uhr in Richtung Doll Eck marschiert. Angeführt vom 1. Garather Spielmannszug schritten die Altstadtfunken, die Marienburg Garde, die Garde Kin Wiever aus Baumberg, die neue Tanztruppe Monalisen und die Rheinstürmer, gefolgt vom Gromoka-Vorstand und Teilen des Elferrats durch die Narrenschar. Dann dauerte es einen Moment bis „Larida“ ertönte und die Prinzengarde die Tollitäten auf Sänften herantrug.

Zum 40. Mal wurde an der Doll Eck gefeiert. Am 1. März 1973 wurde das erste Mal Wieverfastelovend an der Ecke zwischen Krummstraße und Alter Schulstraße gefeiert. Prinz Dieter Cloßen und seine Prinzessin Ulla regierten damals über das närrische Volk. Auch das Schild Doll Eck wurde enthüllt. 500 Liter Freibier, Schabau und 1000 belegte Brötchen kündigte das Plakat von damals an.

„Und alles für ömesöns“, las Martina Pophal-Albig, die durch den Vormittag führte, von dem alten Plakat ab. Unvorstellbar, wie das Ganze damals ohne die Paniker funktioniert haben soll, die seit ewigen Zeiten von ihrem Anhänger aus zu der guten Stimmung an Altweiber beitragen. So auch in 2013.

Zwar blieb es den ganzen Vormittag trocken, doch die Temperaturen bewegten sich um den Gefrierpunkt. Trotzdem waren zahlreiche Frauen und auch ein paar Männer an die Doll Eck gekommen, um den Straßenkarneval zu eröffnen.

Auch Gäste aus den Partnerstädten Marlborg und Wiener Neustadt waren angereist, um sich das Spektakel in Monheim anzusehen. Wie es an Altweiber so üblich ist, richtete die Prinzessin das Wort an die weiblichen Narren. „Heute haben die Männer nichts zu kamellen“, verkündete sie. Alle Führungspositionen im Rathaus sollten in Frauenhand übergeben werden, und sollte es nach Altweiber doch wieder einen Bürgermeister im Rathaus geben, solle das doch Ehrenbürgermeisterin Ingeborg Friebe sein.

An die Wirtschaftsförderung richtete sie den Appell, für mehr Schuhe und Klamottengeschäfte zu sorgen. „Die Männer sollen sich ein Beispiel an den Altstadtfunken nehmen und uns Frauen auf Händen tragen. Auf der nächsten Damensitzung sollen die Männer uns bedienen.“

Trotz des vorher angekündigten Sprechverbots durfte Prinz Heinz IV. dann doch sein Medley und „De Stääne“ singen. Bevor die Prinzengarde die Tanzfläche stürmte überreichte Pophal-Albig dem Prinzenpaar eines der seltenen Plakate des ersten Altweiber an der Doll Eck. Dann heizten die Männer in Blau und Weiß dem mittlerweile größeren Publikum ein.

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