Die Kurse der Ehrenamtsbörse steigen Stück für Stück

Die Kurse der Ehrenamtsbörse steigen Stück für Stück

Vor rund einem Jahr rief die Stadt die Aktion ins Leben. Seitdem hat sie bereits 30 Unterstützer an Institutionen vermittelt.

Monheim. Was wäre unsere Gesellschaft nur ohne Ehurenamt? Laut dem Freiwilligensurvey — der jährlichen Erhebung der Bundesregierung, die das bürgerschaftliche Engagement hierzulande untersucht — ist jeder dritte Deutsche regelmäßig ehrenamtlich tätig. Allein in Monheim sind das tausende Menschen.

Da es aber trotzdem immer wieder offene Stellen auf der einen und motivierte Menschen, die aber nicht wissen, wo sie sich engagieren sollen, auf der anderen Seite gibt, rief die Stadt die Ehrenamtsbörse ins Leben. Nach einem Jahr zieht Hans-Peter Anstatt vom Bereich Ordnung und Soziales, im Rathaus federführend in Sachen Ehrenamtsbörse, nun ein positives Fazit.

„Wir sind mit unseren 30 Ehrenamtlern, die wir im Laufe des Jahres an verschiedene Vereine und Institutionen vermittelt haben, zufrieden. Damit liegen wir im Vergleich zu anderen Städten im Schnitt“, sagte Anstatt. Zwar klinge 30 auf den ersten Blick nicht viel, „wenn man aber davon ausgeht, dass die meisten Ehrenamtler auch ohne uns an ihre Stellen bei der Feuerwehr, dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem Roten Kreuz, in Seniorenheimen, Kindergärten und Sportvereinen kommen, ist die Zahl sehr ordentlich“, so Anstatt weiter.

Das hatte nach einem halben Jahr noch anders ausgesehen. Die Aktion lief eher schleppend an. Das lag zum einem an der fehlenden Bekanntheit, zum anderen auch am Wetter, wie Anstatt berichtet: „Durch den langen Winter fanden viele Menschen erst später den Weg zu uns. In der Sommerzeit kamen dann mehr — auch weil wir mehr Werbung gemacht haben. Seit Oktober ist es nun aber auch wieder spürbar weniger geworden.“

Rundum zufrieden ist Anstatt mit der Erfolgsquote: „Jeder, der nach einer Beschäftigung gesucht hat, hat auch eine gefunden. Wir mussten niemanden enttäuscht nach Hause schicken.“

Und das, obwohl die Voraussetzungen nicht immer die besten waren. Selten kamen die Interessenten mit klaren Vorstellungen und suchten nur nach Ansprechpartnern. „Häufig kamen Menschen, die keine Idee hatten, was ihnen Spaß machen würde“, sagt Anstatt.Er stellte im Laufe der Einzelgespräche dann mehrere Optionen vor.

So war es auch bei einer ehemaligen Journalistin, die ohne konkrete Idee bei Anstatt vorstellig wurde und nun Führungen im Haus Bürgel anbietet sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit dort hilft. Und da sind die ehemaligen Lehrer, die jetzt ein vierköpfiges Team bilden, das Kindern von Einwanderern donnerstags im Moscheeverein Nachhilfe gibt.

Das ist die Rentnerin, die im Kindergarten Grunewaldstraße beim Projekt „SuppiMo“ hilft, das bedürftigen Kindern Suppen serviert — nur drei Beispiele einer gelungenen Vermittlung. Für das neue Jahr hofft Anstatt nun, „dass es so erfolgreich weiter geht“.

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