Die jecken Wiever lassen es krachen

Das Festzelt der Gromoka befand sich gestern ganz in Frauenhand. Mehr als 2000 Närrinnen feierten ausgelassen auf der Damensitzung.

Monheim. 2122 Frauen unter Kontrolle zu halten ist kein Kinderspiel. Sitzungspräsident Moritz Peters gelang das — ab und zu. Bei der Gromoka-Damensitzung gestern im Festzelt brachte er den ausgelassenen Haufen dazu, zumindest vor Büttenreden ein wenig runterzufahren.

Die jecken Wiever lassen es krachen
Foto: Matzerath/Klaas (3)

Einfach ist das nicht, wenn schon im Vorfeld die Marienburg-Garde im bunten Potpourri von Moulin-Rouge-Cancan bis zum Kellerparty-Schlager das Publikum von den Stühlen reißt.

Die jecken Wiever lassen es krachen
Foto: Matzerath/Klaas (3)

Und zu sehen gab es da auch einiges für die Damenwelt: etwa den sexy Choreografen der Truppe, Saul Rodriguez, der im Trikot-Höschen tänzerische Haltung zeigte und mit Sixpack glänzte. Lumpen lässt sich auch die übrige Marienburg-Garde ansehnlicher Männer nicht bei ihrem Auftritt.

Die jecken Wiever lassen es krachen
Foto: Matzerath/Klaas (3)

Prinz Guido „mit den strammen Waden“ durfte sich dann neben seiner Prinzessin auch mal im Regieren der wilden Untertaninnen probieren. Er versuchte es mit Charme: „Hallo Mädels, bei Eröffnung dieses Zeltes habe ich immer gedacht, das wird das Wohnzimmer des Karnevals. Und über 2000 Frauen in meinem Wohnzimmer — das habe ich mir immer schon mal gewünscht.“

Naturgemäß gibt es bei der Damensitzung eigentlich zwei Bühnen. Die zweite beherrscht das Publikum selbst mit unglaublich einfallsreichen Kostümen. Als was man sich so alles verkleiden kann! So als Bus-Haltestelle mit grünem „H“ auf dem Kopf. Oder als Lindt-Schokohäschen in goldener Verpackung mit Glöckchen am Hals, oder aber als Eurovision-Song-Contest-Heldin Conchita Wurst mit Bart. Auch ein reizendes Rehlein-Rudel war dabei, und naturgetreu einige Giraffen mit Fleckenbemalung und langen Tier-Wimpern. Eine wunderbare Melange an Kreaturen fand sich da im Zelt zusammen, die beweist, dass das jecke „Monhattan“ wirklich einzigartig ist.

Musikalisch gelang der Spagat zwischen Karnevalshits und Charts. Ebenso das übrige Bühnenprogramm: So etwa Martin Schopps mit seinen Witzen. Kostprobe: „Wie die Fußballer heute aussehen! Gestylt wie die Models und mit pinken Turnschuhen! Wenn das so weiter geht, lassen wir demnächst noch Heidi Klum entscheiden, wer in der Nationalmannschaft spielen darf.“ Bernd Stelter amüsierte mit Improvisation und Schlagfertigkeit. Am schönsten indes wurde es bei Kasalla, den Klüngelköpp oder den Räubern: Schunkeln, tanzen, mitsingen — mittendrin in einem Karnevals-Chor mit mehr als 2000 Stimmen.