Langenfeld/Monheim : Radsaison steht in den Startlöchern

Das Fahrrad als Alternative zum Auto wird beliebter. Der ADFC Langenfeld stellt rechtzeitig sein Jahresprogramm vor.

„Wir verkaufen immer mehr E-Bikes und Pedelecs“, sagen die Fachhändler im Südkreis Mettmann übereinstimmend. „Es sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr“, konkretisiert Günther Stickrath von „gBike“ in Langenfeld seinen Zuwachs. Er verweist aber auch sofort auf die Risiken, die für ungeübte Radler mit dem ungewohnt anderen Fahrverhalten des Zweirads verbunden sind. Alternativ bietet er an, ein „gutes, normales Rad“ mit zuschaltbarem 250-Volt-Motor und 300er Akku aufzurüsten. „Damit kann man auch ins Bergische Land und nicht nur am Rhein entlang fahren“.

Bei Thomas Kleefisch in Richrath hat Uta Heber-Wenzel gerade ein schickes E-Bike mit einem 400-Watt-Motor erstanden, mit dem sie zukünftig täglich zur Arbeit nach Leichlingen fahren will. „Das sind insgesamt 15 Kilometer täglich. Es gibt zwei Steigungen, die bei Wind sehr anstrengen.“ Ein weiterer Grund sei die Parkplatznot vor Ort. Kleefisch hat vermehrt Kunden, die Leasing-Modelle für Arbeitnehmer nutzen. „Sie zahlen 45 Euro monatlich für ein 2500 Euro teures Bike, das man nach drei Jahren zu günstigen Festpreisen übernehmen kann“, nennt er ein ­Rechenbeispiel.

„Der relativ milde Winter ließ die Radler auch in den vergangenen Monaten nicht pausieren, so dass es in der Werkstatt eigentlich keine Pause gab“, spricht Manuel Hermann von „Fahrrad Schmitz“ am Monheimer Gartzenweg von einem schleichenden Übergang in die Sommersaison. Auch er beobachtet, dass das Rad als Alternative zum Auto immer beliebter wird. „Die Leute investieren jetzt eher in eine bessere Ausstattung.“ Hermanns Kerngeschäft sind Inspektionen und Reparaturen. Er kümmert sich ebenso um im Internet oder beim Discounter gekaufte Räder. Natürlich sind auch viele neue Marken-Räder in seinem Laden zu finden.

Viele zahlen 45 Euro monatlich
für ein Bike auf Leasing-Basis

Thomas Kleefisch hat schon fast alle Räder, die er im vorigen Herbst für die neue Saison bestellt hat, im Lager. Mit Blick auf die jetzt durch das Corona-Virus drohenden Lieferengpässe aus China eine gute Entscheidung, oder wie er selbst sagt „Glückssache“. „Günther“, so heißt der seit vier Jahren an der Solinger Straße ansässige Stickrath in der Szene, baut die meisten Räder selbst (Eigenmarke Passion). „Intensive Beratung, um den konkreten Bedarf zu klären, die Berücksichtigung von Körpergröße und -gewicht und Probefahrten helfen dabei, „für jeden das richtige Rad“ zu finden. Wenn ein Musterrad passt, kann der Käufer sofort losfahren, sonst vergehen (aktuell) vier Wochen Lieferzeit. „Fast alle Rahmen und viele Komponenten kommen aus China“, sagt er.

Die Farben der Rad-Saison bleiben schwarz, antrazit, auch beim Zubehör, „damit wird die Chance vertan, die Sicherheit der Radler in der dunklen Jahreszeit zu erhöhen“, bedauert Kleefisch-Mitarbeiterin Anne Lang. Die Radler müssen erkannt werden, aber sie sollten auch selbst gut sehen.

„Massiv verbesserte Lichttechnik“ ist das Resümee von Jürgen Wüsthoff, dem Vorstandsvorsitzenden des ADFC bei der Frage nach technischen Neuerungen. „Mit 120 Lux ausgeleuchtete Feldwege sind auch für den Alltagsradler gut einzusehen“. Geladen werden diese Lampen über einen USB-Anschluss. Es gibt keinen Dynamo mehr am Rad.

Der ADFC Langenfeld hat rechtzeitig zum Frühlingsbeginn sein neues Jahresprogramm auf den Weg gebracht. „Mit 49 Seiten so umfangreich und vielfältig wie noch nie“, beispielsweise gibt es Touren nach Belgien (Venn-Radweg), in die Niederlande (Zwischen Rhein und Maas). Mehr Infos im Netz.

www.adfc.de