Die Bürger in Monheim und Langenfeld können Bäume gießen

Monheim : Betriebshöfe sind für Bewässerungen im Dauereinsatz

Die Straßenbäume leider unter Wassermangel. Auch Bürger können mit ihren Gießkannen den Bäumen helfen.

Es ist schwül-warm und sehr trocken. Kurze Regengüsse helfen den Pflanzen in der Stadt nur wenig. Besonders die Straßenbäume leiden, wenn sie längere Zeit kein Wasser bekommen. Die Stadt Monheim hat deshalb für die jungen Bäume 30 so genannte Gießsäcke angeschafft, berichtet Andreas Apsel, Fachbereichsleiter Bauwesen. Wie ein grüner Schal schmiegt sich die Plane um den unteren Bereich des Stamms. Durch eine Öffnung fließen bis zu 50 Liter Wasser „punktgenau“ in den Schlauch und werden so über einen Zeitraum von 24 Stunden direkt an die Wurzel geleitet, beschreibt er das System.

In Kürze werden 40 bis 50 weitere Gießsäcke erworben. In Langenfeld können bereits 150 junge Bäume auf diese Weise vor dem Vertrocknen bewahrt werden, sagt Betriebshofleiter Bastian Steinbacher. „Es ist wieder so trocken, dass auch sechs- bis achtjährige Bäume Probleme haben.“

Im Hitzejahr 2018 gingen die Grundwasserreserven zur Neige. Tief verwurzelte Bäume seien gerade darauf angewiesen, teilt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit. Trockne der Boden aus, helfe den Bäumen auch starker Regen meistens nicht mehr, weil das Nass kaum durch den harten Boden in die Tiefe sickern könne. Die Städte haben sich darauf eingestellt, und die Mitarbeiter der Betriebshöfe sind tagtäglich im Dauereinsatz unterwegs. Direkt im Frühjahr habe man in Monheim den Unimog (ein Geräteträger), der im Winter als Salz-Streufahrzeug ausgerüstet wird und im Sommer für den Gießdienst bereit steht, umgerüstet, berichtet Apsel. 3000 Liter passten in den Tank, ein schwenkbarer Gießarm, den der Fahrer steuern kann, macht Geranien in den Kübeln und die Straßenbäume richtig nass. Ein weiterer Unimog (Kosten 280 000 Euro) werde demnächst angeschafft. Im Augenblick sind vier bis fünf weitere Kolonnen-Fahrzeuge in Monheim unterwegs. Jedes mit einem 1000-Liter-Tank ausgestattet.

Monheim hat für das Gießen
eine externe Firma angeheuert

Und auch in Langenfeld schickt Steinbacher jeden Mitarbeiter, der im Einsatz ist, zum Gießen raus. Doch wegen der großen Ferien fehlt Personal. Außerdem sind einige Leute krank. Der Betriebshofchef muss aktuell auf rund 25 Prozent seiner Leute verzichten. Glücklicherweise, so Steinbacher, seien viele der Kreisverkehre in der Stadt schon an eine automatische Bewässerungsanlage angeschlossen. Das spare Manpower.

Monheim hat zur Unterstützung des Betriebshofteams bereits zusätzlich für vier Wochen eine externe Firma fürs Gießen angeheuert. Das kostet 13 000 Euro, merkt Apsel an. Dreimal pro Woche sind die Mitarbeiter an drei bis vier Straßen unterwegs und befeuchten das Grün. Bleibe das Wetter auch in den kommenden Wochen so trocken wie jetzt, will die Stadt Monheim die Feuerwehr um Hilfe bitten.

Zum Gießen wird in Monheim übrigens kein Trinkwasser verwendet, sondern vollständig aufbereitetes Wasser aus der Kläranlage genutzt. Andreas Apsel und Bastian Steinbacher sind sehr dankbar, wenn auch die Bürger mitmachen und die Bäume direkt vor der Haustüre mit Wasser versorgen. „Jeder Liter hilft“, sagt der Fachbereichsleiter. Er rät, pro Baum alle drei Tage 100 bis 200 Liter Wasser auszuschütten. „Wichtig ist es, das regelmäßig zu tun.“

Der BUND ruft die Menschen ebenfalls auf, den Straßenbäumen Wasser zu spenden. Die beste Zeit sei morgens oder am späten Abend. Von der Pflege profitierten Bäume und Anwohner. Schließlich spendeten Bäume Schatten und arbeiteten als eine Art natürliche Klimaanlage, weil sie durch die Verdunstung die Temperatur in der Umgebung senkten. Sie produzierten Sauerstoff und sorgten für bessere Luft.

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