Defekte Klimaanlage: Händlerin der Markthalle sind sauer

Seit Anfang der Woche funktioniert die Anlage nicht. Kunden bleiben fern, Waren landen auf dem Müll.

Defekte Klimaanlage: Händlerin der Markthalle sind sauer
Foto: Ralph Matzerath

Die Fischtheke in der Markthalle ist nur zur Hälfte gefüllt. Räucherware sucht der Kunde in der Auslage vergebens. Nur wenige nehmen ihr Mittagessen in der überhitzten Halle ein. „Ich habe so viel weggeworfen“, klagt Brigitte Junk, Inhaberin des gleichnamigen Fischgeschäfts. Ihren Umsatzverlust beziffert sie auf 50 Prozent. „Seit Anfang der Woche funktioniert die Klimaanlage nicht. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer.“ Sie ist seit Jahren unzufrieden mit den Klimaverhältnissen in der Halle. Im Winter sei es zu kalt, im Sommer zu warm.

Der Markthallen-Manager Herbert Züwerink, der auch als Hausmeister für korrekte Verhältnisse sorgen soll, schwächt ab: „Der Handwerker ist da. Er wird Kühlflüssigkeit nachfüllen. Das Problem wird behoben.“ Das war gestern — eine Woche nach Ausfall der Anlage. Bis gestern Abend blieb es heiß in der Halle.

Nakarin Shahagorn vom thailändischen Imbiss schimpft: „Die Kunden kommen nicht bei der Hitze hier drin.“ Auch er beziffert seinen Umsatzausfall auf 50 Prozent. „Wir zahlen alle für die Klimaanlage, aber wir werden bei Problemen oft nur vertröstet.“ Alev Mehmet hat seinen türkischen Imbiss-Stand am Donnerstag schon um 16.30 Uhr geschlossen. „Es ist zu warm hier“, sagt er und zeigt auf die Döner-Spieße, die zusätzlich für Wärme sorgen. Einen großen Teil seiner Salate musste er wegwerfen. „Das schafft die Kühltheke nicht, bei den Temperaturen hier.“

Badri Limani vom Eiscafé Aurora sieht sein Eis dahinschmelzen. Eine Vitrine habe schon aufgegeben. Umsatzverluste beklagt er nicht. „Die meisten Leute sitzen draußen.“ Sauer ist er trotzdem. „Die Klimaanlage ist eine Katastrophe.“

Im Früchtehaus Wallburger kommen die Mitarbeiter ins Schwitzen. „Wir müssen viel aussortieren. Erdbeeren, Kirschen, Salate. Das alles verdirbt bei der Hitze sehr schnell“, sagt Filiz Großmann. Hülya Lafce von der Bäckerei gegenüber ergänzt: „Wir kriegen keine Luft mehr hier drin.“ Sie musste alles, was mit Schokolade gebacken wird, entsorgen.

Citymanager Jan Christoph Zimmermann hat einen Blick auf die Verhältnisse in der Markthalle. „Es wird dazu weitere Gespräche mit dem Eigentümer von der Reidt (VDR Vermögensverwaltungs GmbH) und Bürgermeister Frank Schneider geben“, kündigt er an.

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