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Container im Berliner Viertel angezündet

Container im Berliner Viertel angezündet

Einmal mehr wurden im Berliner Viertel Container angezündet. Martin Belger, Vorsitzender des Mieterbeirats, ist nicht der einzige, der sich große Sorgen macht.

Monheim. Die Serie der Brandstiftungen im Berliner Viertel geht weiter. In der Nacht zu Donnerstag standen einmal mehr zwei Papiercontainer an der Plötzenseer Straße in Flammen. Gegen 2 Uhr wurden Polizei und Feuerwehr alarmiert. Letztere konnte schnell löschen. Doch die Experten sind sicher: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Unglück kommt.

„Irgendwann gerät ein Haus in Brand. Und dann sind ernsthaft Menschen in Gefahr. Das sind keine dummen Streiche mehr“, so Thorsten Schlender von der Feuerwehr. „Der Sachschaden und die Kosten, die der Stadt entstehen, sind noch das kleinere Übel. Viel schlimmer ist, dass Anwohner und Passanten in Lebensgefahr gebracht werden“, sagte kürzlich auch Bürgermeister Daniel Zimmermann. Als Konsequenz hat er eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Inzwischen kam es zu mehr als 50 Brandstiftungen, meist im Berliner Viertel. Und wieder fehlt von den Tätern jede Spur. „Die Kollegen vor Ort sind Tag und Nacht unterwegs. Mehr können wir nicht machen. Wir sind dringend auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Jede auch noch so kleine Beobachtung könnte den entscheidenden Durchbruch bringen“, sagt Frank Sobotta von der Kreispolizeibehörde in Mettmann.

„Man fühlt sich so hilflos. Und viele in der Nachbarschaft stellen sich die Frage: Was ist das Motiv?“, sagt Martin Belger im WZ-Gespäch. Der 71-Jährige wohnt nicht nur im Berliner Viertel, sondern ist auch Vorsitzender des dortigen Mieterbeirates — immerhin das Sprachrohr von etwa 13 000 Monheimern. „Das ist bei uns natürlich ein wichtiges Thema. Wir haben das auch bei der LEG angesprochen“, so Belger.

In Reihen der Vermieterin LEG weiß man nicht so recht, wie man mit der Serie der Brandstiftungen umgehen soll. „Schreiben oder Hausaushänge haben wir nicht veranlasst. Wir wollen mögliche Trittbrettfahrer nicht auch noch ermutigen. Aber die Hauswarte sensibilisieren die Mieter, unbedingt aufmerksam zu sein“, sagt Svenja Poßecker vom Bereich Öffentlichkeitsarbeit der LEG in Düsseldorf.

Als dummen Streich will die Brandserie auch Monika Berger, Richterin am Langenfelder Amtsgericht, nicht abtun. „In den aktuellen Fällen ist es Sachbeschädigung durch Brandlegung. Doch je nach Schwere der Tat kann das bis zu zwei Jahren Gefängnis bedeuten“, sagte sie noch kürzlich im WZ-Gespräch. Wenn Gebäude in Mitleidenschaft gezogen werden oder gar Menschenleben in Gefahr sind, dann können es auch schnell zehn Jahre sein.