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Briefzentrum: Sortieren in Millisekunden

Briefzentrum: Sortieren in Millisekunden

Vor den Feiertagen laufen die Maschinen im Briefzentrum auf Hochtouren, um die Weihnachtspost pünktlich zuzustellen.

Langenfeld. Für Wilfried Mooren und seine Mitarbeiter beginnt jetzt vor Weihnachten der „ganz normale Wahnsinn“.

Mooren ist Abteilungsleiter im Briefzentrum der Post an der Elisabeth-Selbert-Straße. Dessen Aufgabe ist es nun, alle Weihnachtskarten und Briefe, neben dem regulären Postverkehr, pünktlich zu Heiligabend zuzustellen.

„Weihnachtskarten und Briefe können theoretisch noch am Samstag verschickt werden“, sagt Mooren. „Das sind dann die, die schon eine Weihnachtskarte bekommen haben und sich schnell noch revanchieren wollen“, sagt er grinsend.

Ein enormer logistischer Aufwand ist jedes Jahr nötig, um das zu bewerkstelligen. Eine Woche vor Heiligabend laufen alle Maschinen im Briefzentrum auf Hochtouren. Die Stempelmaschine, die Sortiermaschine und die kilometerlangen Transportbänder, die sich mit gelben Sortierkisten beladen durch die ganze Halle ziehen, arbeiten Hand in Hand mit rund 270 Mitarbeitern.

100 Kräfte zusätzlich sind während der Weihnachtszeit eingestellt, denn seit Montag gehen fast sechs Millionen Briefe, Großbriefe und Postkarten pro Tag durch die Tore der 16 000 Quadratmeter großen Halle. Bis 20 Uhr laufen die Sendungen in der Briefordnerei ein, dort werden sie sortiert und gestempelt. „Ab spätestens 22 Uhr gehen die Fahrten raus“, sagt Mooren.

Im Millisekunden-Takt schießen die nach Ländern und Postleitzahlen vorsortierten Briefe in ihre Fächer. Was früher Holzspinde waren, in die die Mitarbeiter die Briefe nach Postleitzahl oder Land per Hand einsortierten, ist heute eine metallisch glänzende Front von 100 Fächern, digital beschriftet nach Ländern oder Postleitzahlen in Deutschland. Dahinter verläuft ein Fließband, auf dem die Briefe zu ihren Fächern transportiert werden.

„Die Maschine liest die Adressen von unten nach oben“, sagt Mooren. „Sogar unsaubere Handschriften kann sie entziffern.“ Die internationalen Briefe werden nach Frankfurt gebracht, die anderen auf Briefzentren in ganz Deutschland verteilt und von dort in die einzelnen Poststellen geliefert.

Die Briefe, die an Empfänger im Kreis Mettmann adressiert sind, bleiben erst einmal in Langenfeld. Sie werden frühmorgens direkt in die Postbezirke verteilt. Erst, wenn an Heiligabend der letzte Brief verteilt ist, haben die Postboten Feierabend.

Immer mal wieder kommt es vor, dass Weihnachtspost von Kindern ans Christkind adressiert ist. „Die schicken wir dann nach Engelshausen“, sagt Mooren mit einem Zwinkern. Engelshausen ist für die Postbeamten Marburg, denn dorthin kommen Briefe, bei denen weder die Adresse noch der Absender zuzuordnen ist. „Wir dürfen hier keine Post öffnen“, sagt Mooren.

„Aber in solchen Fällen, wo wir die Briefe wirklich nicht zustellen können, dürfen die Kollegen in Marburg die Post öffnen und im Inhalt nach dem Adressaten fahnden.“ Damit an Weihnachten wirklich alle Briefe am richtigen Ort ankommen.