Langenfeld : Langenfelder Bücherei wird umgebaut

Fünf Monate sollen die Arbeiten am Gebäude dauern. In dieser Zeit bezieht die Stadtbibliothek zwei Ausweichquartiere.

Martina Seuser sitzt quasi auf gepackten Umzugskisten. Die Leiterin der Stadtbibliothek kann es kaum erwarten, dass der laut Bürgermeister Frank Schneider mit 1,78 Millionen Euro veranschlagte Umbau der Bücherei losgeht. Doch der für März erhoffte Starttermin wackelt. Dem Vernehmen nach muss das städtische Gebäudemanagement die Arbeiten nochmals ausschreiben. Seuser hofft, dass der Auftrag für die Umgestaltung im zweiten Anlauf nach Karneval vergeben wird. Während der dann etwa fünf Monate dauernden Schließung wird die Bibliothek den Betrieb in einem Ausweichquartier zumindest teilweise aufrechterhalten.

Hierfür hat das Rathaus in der Stadtpassage an der Hauptstraße 116 die leer stehenden Ladenflächen des ehemaligen Spielwarengeschäfts gemietet. „Dort werden wir während der Umbauarbeiten etwa 40 Prozent unseres Bestands zur Ausleihe bereithalten“, sagt Seuser, „vor allem besonders nachgefragte Literatur.“ Romane und Sachliteratur, aktuelle Zeitschriften sowie Kinderbücher und Kinder-CDs werden mangels Sitzecken ausschließlich zur Ausleihe verfügbar sein.

Alle Kinder- und Jugendromane werden laut Seuser vorübergehend in die Prismaschule ausgelagert und dort für deren Schüler verfügbar sein. „Kinder und Jugendliche anderer Schulen können diese Bücher dann in unserem Ausweichquartier in der Stadtpassage bestellen und abholen.“ Alle übrigen Bücher, ältere Zeitschriften, Hörbücher und sonstige Medien sowie die Bilder der Artothek werden bei einer Spedition aufbewahrt und bis zur Wiedereröffnung der Bibliothek nicht entleihbar sein. „Aus unserer Sicht kann der Umzug möglichst bald kommen“, sagt Seuser. Mit ihrem Team habe sie alles für die Auslagerung vorbereitet, manches aussortiert und Möbel gekennzeichnet. „Natürlich laufen bis zur Schließung unseres Gebäudes Ausleihe, Vorlesestunden und sonstige Angebote unvermindert weiter.“ Die Ausleihfrist beträgt mit Blick auf die bevorstehende Schließung zurzeit drei Monate.

Wie berichtet, soll die Stadtbibliothek nach einem  Konzept des niederländischen Designers und Architekten Aat Vos einladender gestaltet werden. Nach dem Beispiel etlicher holländischer Büchereien sollen die drei durch Regale ziemlich zugestellten Etagen übersichtlicher und durch Sitzlandschaften oder ein Lese-Café (siehe Skizze) wohnlicher werden. Im jüngsten Kulturausschuss lobten die Stadtpolitiker die von Seuser vorgestellte Detailplanung. „Der Bedarf für eine Umgestaltung ist da“, bekräftigte Seuser. „Wir möchten die Bibliothek technisch aufrüsten und Nutzer besser bedienen.“

Vor allem den Bedürfnissen von Jugendlichen sowie aktiven Senioren sollen die umgestalteten Etagen in Zukunft besser gerecht werden als bisher. Für die jüngeren Nutzer werde es künftig beispielsweise eine Ecke mit Computerspielen, eine so genannte Sound Shower zum störungsfreien Abspielen von Musik sowie etliche Computer-Plätze mit Ladestationen geben.