Berufsorientierungsbörse in Langenfeld: Auf der BOB den passenden Beruf finden

Langenfeld : Firmen gehen auf Schüler zu

Die BOB fand zum 14. Mal in Langenfeld statt. 118 Aussteller präsentierten sich den Schülern.

Am Mittwoch zwischen 11 und 17 Uhr gleicht die Fußgängerzone in der City einem Pausenhof: Nicht nur in, sondern auch vor der Stadthalle werden die jungen Leute umworben – Polizei und Feuerwehr, Krankenkassen, die LVR-Klinik Langenfeld, sogar das NRW-Justizministerium sucht Auszubildende.

Die Berufsorientierungsbörse (BOB) findet bereits zum 14. Mal statt und ist längst eine Institution, die sich auf die gesamte Region auswirkt. Die mit eigenen Ständen vertretenen Unternehmen und Einrichtungen kommen zur Hälfte aus Langenfeld und Monheim, der Rest aus dem Kreisgebiet bis hin nach Leverkusen, Köln und Düsseldorf. Bei der BOB stellen sie Schülern ihre Ausbildungsberufe oder ihre Studiengänge vor. Die Veranstalter gehen von 2500 Besuchern aus.

„Wir haben insgesamt 118 Aussteller“, freut sich Hans-Dieter Clauser, Vorsitzender des Vereins BOB-plus, der die Messe organisiert. Der Fachkräftemangel animiere die Unternehmen dazu, sich um Auszubildende zu bemühen. Die BOB bietet dafür einen passenden Rahmen, denn die Jugendlichen werden in den Schulen auf den Messebesuch vorbereitet. Auf der Messe selbst werden sie von Schüler-Scouts beraten.

„Die Firmen müssen heute auf die jungen Leute zugehen“, betont Clauser. „Es reicht nicht mehr, Bonbons und Kulis zu verteilen.“ Die Sparkasse etwa bietet gratis Bewerbungsfotos an, bei der Barmer wird das Reaktionsvermögen getestet und bei Aldi können die Schüler mit beiden Händen in eine dunkle Kiste greifen. Solche Stände sind große Anlaufpunkte. „Gefragt ist ganz klar die Studienberatung, denn bei 25 000 Studiengängen kann man leicht den Überblick verlieren“, sagt Hans-Dieter Clauser.

Vorträge von Experten
geben Bewerbungstipps

Die BOB hilft aber nicht nur bei der Berufsorientierung, sondern dient gleichfalls als Praktikumsbörse. Außerdem können Schüler am BOB-Stand ihre Bewerbungsmappen checken lassen. „Wir bieten 30 Expertenvorträge“, sagt Clauser. Ganz neu und sehr gut besucht ist zum Beispiel Markus Lennackers Vortrag „Wecke deinen Herzbluttiger!“. Clauser: „Der arbeitet mit Tierbildern. Das kommt bei den jungen Leuten gut an.“

Nadija, Penelope und Paula, sowie Gymnasiasten aus Leichlingen, stehen neugierig am gut besuchten Stand der Internationalen Medien- und Business-Akademie (MIB). Die private Schule, die je nach Ausbildungsgang zwischen 350 und 450 Euro pro Monat verlangt, lockt mit ihrer unmittelbaren Nähe zu den MMC Film- und TV-Studios in Köln: „Unsere Praktikanten mussten sich nicht bewerben. Die wurden alle quasi beim Mittagessen in der Kantine direkt an die Filmleute vermittelt“, lockt Campusdirektor Matthias Lang.

Er will junge Leute für die neuen Medienberufe ausbilden: „Vor der Kamera ist der Markt gesättigt. Gefragt sind Leute, die die Schnittstelle zwischen Influencer und Firma bilden“, glaubt er. Viele junge Leute hören gespannt zu.

Am Stand der LVR-Klinik stehen zwei junge Frauen, die sich für einen Praktikumsplatz interessieren. Einer der beiden Auszubildenden, Tim Meyer, ist selbst über die BOB zur Klinik gekommen. Seine vorläufige Bilanz der Messe zur Mittagszeit: „Ich habe schon mit zwei ernsthaften Bewerbern aus Langenfeld und Leichlingen gesprochen.“ Freie Ausbildungsplätze gibt es bislang noch in jedem beruflichen Bereich.

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