„Beim Aufnehmen bestimmen Eltern“

1968 wurde Otto-Hahn-Gymnasium gegründet. Schulleiter Hagen Bastian denkt zurück.

Herr Dr. Bastian, 50 Jahre — haben Sie groß gefeiert?

Foto: Matzerath

Bastian: Wir haben das klein gehalten. Es war eher ein erweitertes Sommerfest, kein klassischer Festakt. Es waren aber trotzdem zum Beispiel etliche ehemalige Schüler und Lehrer da. Das Gymnasium ist bei der Gründung nach dem Chemiker und Atomforscher Otto Hahn benannt worden.

Welche Rolle spielen Naturwissenschaften heute hier?

Bastian: 1968 war das Todesjahr von Otto-Hahn. Da entstand im Stadtrat die Idee, die Schule nach ihm zu benennen. Das OHG ist aber kein mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium. Wir sind ein Gymnasium, das breit aufgestellt ist und keinen speziellen Schwerpunkt hat. Der Name ist insofern irreführend. Als einziges Gymnasium am Ort ist eine enge Profilbildung unpassend. Das kann man in Düsseldorf machen, aber nicht in der Kleinstadt. Deshalb sind wir in allen Bereichen als Europaschule sehr stark aufgestellt — insbesondere auch in sprachlich-künstlerischen Bereichen.

Es heißt immer, überall fehlen Lehrer. Wie sind Sie da aufgestellt.

Bastian: Die Lehrerbesetzung ist ausreichend, so lange keiner krank ist. Physik, Informatik und Mathematik sind Mangelfächer. Da müssen auch wir uns sehr bemühen. Das sind keine Selbstläufer. Es läuft, aber manchmal auch erst im zweiten Versuch.

Wollen Lehrer zu Ihnen, weil die Stadt reich und die Schule gut ausgestattet ist?

Bastian: Ja, diese sehr gute Ausstattung durch die Stadt erweist sich schon als sehr gut, wenn es darum geht, Lehrer anzuwerben. Natürlich ist auch die Lage günstig in der Mitte zwischen Düsseldorf und Köln — 30 Minuten bis zur Königsallee und 30 Minuten bis zum Dom.

Und Schüler bekommen iPads...

Bastian: Im August haben sieben von acht Jahrgängen ein iPad, nur die Q2, der letzte Jahrgang hat keine, das lohnt nicht für das halbe Jahr. Die Herausforderung für die Lehrer ist jetzt, die Digitalisierung umzusetzen, die Tablets sinnvoll einzusetzen. Manch andere Schule hat nicht mal Beamer, sondern nur Overhead-Projektoren. Da haben wir’s schon sehr gut.

Außerdem gibt es bald noch diesen riesigen Neubau.

Bastian: Ja, das ist erfreulich. Da profitieren die Naturwissenschaften. Sie bekommen zwölf Räume, dazu gibt es Gruppen- und Klassenräume. Den anderen Teil des Neubaus bekommt die neue Gesamtschule. Bis Weihnachten soll alles fertig sein, vielleicht sogar schon früher. Unsere naturwissenschaftlichen Räume werden dann Klassenräume.

Sie können sich auch daran erinnern, dass das mit dem Geld anders war. Dass das Geld fehlte.

Bastian: Früher hatte Monheim einen Nothaushalt. Da haben Eltern Klassenzimmer angestrichen. Naturwissenschaftliche Räume waren marode. Das ist durch den jetzigen Bürgermeister Daniel Zimmermann alles sehr viel besser geworden. Er war auch hier auf der Schule; Abitur 2001.

Es war auch einer Ihrer Lehrer, der die Schüler darauf gebracht hat, Peto zu gründen.

Bastian: Ja, das war Ulrich Krapp. Er hatte das als Lehrer nicht initiiert, aber im Politikunterricht ging es um Parteien. Das hat eine Schülergruppe dann als Anstoß genommen, eine Partei zu gründen. Peto ist deren Leistung, nicht unsere.

Sie schulen zum nächsten Schuljahr sehr viele Kinder ein — ein Rekord?

Bastian: Nicht unbedingt, wir hatten in den letzten Jahren auch schon um die 180. 2019 könnten es 190 werden. Dann gehen wir auf sieben Züge. Wir wollen kleinere Klassen. Es waren aber auch mal deutlich weniger Schüler. Vor 20, 30 Jahren waren Klassen vierzügig.

Sind sie großzügiger geworden beim Aufnehmen?

Bastian: Das ist ja vorgeschrieben. Der Elternwille zählt.