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Baustelle Solinger Straße senkt Umsätze

Baustelle Solinger Straße senkt Umsätze

Die Ladeninhaber müssen spürbare wirtschaftliche Einbußen hinnehmen.

Langenfeld. Seit November ist die Solinger Straße eine Großbaustelle. Von der Rathauskreuzung her sind die Pflasterarbeiten auf der Südseite in Richtung Bahnunterführung jetzt in Höhe der Polizeiwache angelangt. Während sich die Autos an Engstellen knubbeln, haben Fußgänger und Anlieger auf den ersten beiden von sechs Bauabschnitten schon einen Eindruck. Bürgersteig und Parkstreifen sind neu gepflastert, neue Straßenlaternen ragen in die Höhe. Rund 2,5 Millionen Euro sind für die Umgestaltung der wichtigen Ein- und Ausfallstraße bis September veranschlagt. „Wir sind im Zeitplan“, sagt der städtische Bauleiter Denis Kynast. „Und nach unserer Ansicht wird die Umgestaltung von den Bürgern gut angenommen.“

Baustelle Solinger Straße senkt Umsätze

Doch es brodelt auch entlang der Solinger Straße. Vor allem ansässigen Ladeninhabern und Gastwirten macht die seit einem halben Jahr laufende Großbaustelle schwer zu schaffen. „Unsere Umsätze sind seither um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen“, klagt Frank Rettkowski vom gleichnamigen Hifi-Laden. Dabei haben die Arbeiten direkt vor seiner Geschäftstür noch gar nicht begonnen, weil der Bürgersteig auf der Nordseite der Solinger Straße erst im Sommer neu gepflastert wird. „Diese lange Bauzeit trifft uns wirklich hart, zumal auf unserer Seite auch noch neue Gebäude errichtet wurden.“ Gleichwohl erkennt der Ladeninhaber die zu optische Aufwertung der Solinger Straße an.

Baustelle Solinger Straße senkt Umsätze

Dass die Straße erkennbar schöner wird, streitet auch Gastwirtin Monika Balascakova vom Hotel-Restaurant „Immigrather Hof“ nicht ab. Doch stimmt sie ebenfalls ins Klagelied ein. Vor allem, als der Boden vor ihrem Hauseingang aufgerissen war, habe es Umsatzeinbußen gegeben, die immer noch anhalten. „Ich habe von vielen Gästen gehört, dass sie eigentlich zu uns wollten, aber wegen der Baustelle dann doch weitergefahren sind.“

Baustelle Solinger Straße senkt Umsätze
Foto: Meisel

Matthias Bartels vom Spirituosen- und Zeitschriftenladen „Sellmaier“ hofft, dass mit dem vor dem Geschäft gepflasterten Parkstreifen und Gehweg die Kundschaft wieder zunimmt. Indes sei er auch skeptisch, ob der Verkehr auf der von täglich 20 000 Autos genutzten Solinger Straße nach dem Umbau gut rollt. „Ich hoffe, dass es weniger Staus geben wird als ich befürchte.“

Für Fahrzeuge gesperrt ist wegen der Pflasterarbeiten seit fast zwei Wochen die Einmündung der Lessingstraße. Nach Angaben des städtischen Verkehrsplaners Franz Frank wird diese Sperrung am 9. Mai aufgehoben. Der aktuelle Bauabschnitt erstreckt sich bis zur Abzweigung der Solinger Straße in Richtung Immigrather Platz. Wegen des Baus einer neuen Verkehrsinsel an dieser Stelle wird ab dem 14. Mai eine Baustellenampel die Autos in beiden Richtungen abwechselnd passieren lassen. In dieser Zeit wechseln die Pflasterarbeiten auf die Nordseite. Zusätzlich zu den heutigen Ampelübergängen wird es auf der ganzen Strecke vier Verkehrsinseln geben. Die ersten von rund 60 neuen Straßenlaternen mit LED-Beleuchtung stehen schon. „Ich hoffe, dass die neuen Laternen den Fußweg gut ausleuchten“, sagt Mechthild Berger. Sie ist froh, dass nach dem Umbau Radfahrer nicht mehr auf dem Bürgersteig fahren werden, sondern mit den Autos und durch einen markierten Streifen geschützt auf dem Asphalt. Über mehr Platz für Fußgänger vor dem Siegfried-Dißmann-Haus der Arbeiterwohlfahrt freut sich der Awo-Ortsvorsitzende Klaus Kaselofsky. „So kommt auch unser öffentlicher Bücherschrank in der gelben Telefonzelle besser zur Geltung.“