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Bambule Con Carne in Langenfeld: Scharfes Jung-Unternehmen bietet Chili to go

Guten Appetit : „Scharfer“ Food-Truck aus Langenfeld

Lukas Heimbach und Jacques Weis sind Besitzer von „Bambule con Carne“.

Der Wagen ist so bunt wie das Essen, das seine Besitzer Lukas Heimbach (31) und Jacques Weis (32) darin anbieten. Seit Mai 2018 haben sie in Gewerbegebieten in Köln, Düsseldorf, Wuppertal und Bonn mit ihrem Food-Truck einen festen Standort und offerieren dort im Zwei-Wochen-Turnus mittags jeweils acht Sorten Chili für Berufstätige. Im ersten Monat haben sie noch 20 bis 40 Portionen täglich verkauft. „Jetzt sind es 80 bis 100“, sagt Heimbach.

Er ist der kreative Koch, der immer wieder Neues ausprobiert. Sein Vetter Jacques Weis, gelernter Hotelfachmann, behält den Überblick und beherrscht die Technik am Herd und die Logistik. Seit Mai haben die beiden jungen Männer ihr berufliches Zuhause in der Küche der Reit- und Fahrschule in Langfort.

Weis und Heimbach
suchen ein kleines Restaurant

Der andere Kopf der „Vetternwirtschaft“: Jacques Weis ist für Herdtechnik und Logistik zuständig. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Die meisten Gerichten kosten um die sieben Euro. Damit tun die beiden auch gutes. Ein Prozent ihres Gewinns spenden sie an die Hilfsorganisation Kumanga für sauberes Wasser. Und auch an die Umwelt wird gedacht: „Geschirr, Servietten und Besteck sind aus Maisstärke und 100 Prozent biologisch abbaubar“, versichern die beiden, „und wir fahren mit Autogas.“

„Ich bin immer viel gereist und habe mich schon während meiner Studienzeit für Essen begeistert“, sagt Lukas Heimbach. Er ließ sich dabei kulinarisch inspirieren. Über Chili sagt er, wohl auch aus Erfahrung von seinen Reisen: „Chili mag jeder.“

Im Oktober 2017 kündigten die Vettern ihre Jobs: Weis seinen in der Logistik eines Berliner Hotels, Heimbach seinen als Online-Redakteur. „Wir haben uns dann erst mal nach Italien zurückgezogen und einen Business-Plan geschrieben“, sagt Jaques. Zuvor hatten sie acht bis zehn Chilis für die Familie auf Probe gekocht, die diese ausführlich bewerten musste. „Alle haben uns sofort in unserer Idee unterstützt“, sagt er. Dann haben die Jungs zwei Wochen in Köln im Probe-Lokal „Laden ein“ gekocht. Und auch dort nur Lob erfahren. Danach konnten sie die Sparkasse Wuppertal für ihr Start-up-Unternehmen gewinnen. Und seitdem sind sie ihre eigenen Chefs. Den Anhänger, den sie anfangs gemietet hatten, konnten sie schon nach drei Monaten kaufen und mit typisch mexikanischen Ornamenten versehen.

Der Tag beginnt für Weis und Heimbach 8 Uhr in der Großküche in Langenfeld und endet nach 15 Uhr zurück in Küche und Büro noch lange nicht. Die beiden stehen mit ihrem Wagen „Bambule con Carne“ auch auf Stadtfesten und lassen sich für Privat-Partys und Firmen-Events buchen. „Feierabend und Wochenende sind eher selten“, gesteht Heimbach. Der August sei jetzt durch die Ferien mal etwas flau, so dass man am Samstag und Sonntag Luft holen könne. Eigentlich hatten sich die Cousins vorgestellt, im Laufe der Zeit drei oder vier Chili-Trucks loszuschicken. „Schließlich ist unsere Idee mit dem Bohnen-Eintopf in Nordrhein-Westfalen einmalig“, sagt Heimbach.

Doch mittlerweile sind sie auf der Suche nach einem kleinen Restaurant in einer Großstadt, denn: „Die Zeit der Food-Trucks auf Stadtfesten geht langsam zu Ende“, sagt Heimbach, „nur in kleineren Städten läuft das noch sehr gut.“ Der rollende Mittagstisch kommt natürlich nicht aus der Mode. Ein kleines Lokal wäre ein weiteres Standbein.

Nach ihrem Umzug nach Langenfeld suchen die beiden Jung-Unternehmer nun noch einen Mittags-Standort für ihren Chili-Truck im Gewerbegebiet Monheim oder Langenfeld, „wo ein bisschen Abwechslung zur Betriebskantine gefragt ist.“  Natürlich bleiben auch ihre Gerichte nicht immer dieselben. Jeden Monat kommt Neues in den Topf.