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Ausstellung gerät in den Sog des Wahlkampfes

Ausstellung gerät in den Sog des Wahlkampfes

Aus politischen Gründen wollte der Bürgermeister eine Veranstaltung des Frauenforums verlegen. Die findet nun im Center statt.

Monheim. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: „Die im aktuellen Programmheft der Gleichstellungsbeauftragten für den 14. Februar bis 31. März angekündigte Ausstellung Ausgezeichnete Frauen im Rathaus ist aus organisatorischen Gründen auf die zweite Jahreshälfte verlegt worden.“ So heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Freilich verbirgt sich dahinter ein Hin und Her zwischen Bürgermeister und Frauenforum.

Um es vorweg zu nehmen: Die Ausstellung wird sehr wohl schon bald eröffnet, nämlich am Montag um 18 Uhr in der Galerie von Rosi Fritgen an der Rolltreppe im Rathaus-Center. Dabei hatte Stadtoberhaupt Daniel Zimmermann noch am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss besagte Verschiebung verkündet.

Hier kommt nun die Politik ins Spiel. Denn ursprünglich sollte die Ausstellung über 16 Monheimer Frauen, die mit dem BRD-Verdienstorden ausgezeichnet worden sind, im Rathaus gezeigt werden — mit einer Einleitung von SPD-Ratsfrau Ursula Schlößer. Prompt wollte CDU-Fraktionschef Markus Gronauer im Ausschuss wissen, warum die Genossin auf städtischem Boden derart präsent sei. Die Vorboten des Kommunalwahlkampfes lassen grüßen.

Zimmermanns Absage wiederum sorgte am Samstag beim Ladies Brunch des Frauenforums für erhitzte Gemüter. „Wie kommt der Bürgermeister dazu, eine Ausstellung abzusagen, die er gar nicht veranstaltet? So nicht. Dass wir offensichtlich nicht in städtischen Gebäuden erwünscht sind, nehmen wir zur Kenntnis“, sagt Jutta Linke vom Frauenforum.

Bleibt die Frage: Warum sollte ausgerechnet Ursula Schlößer die Eröffnung übernehmen? „Als wir sie darum baten, dachten wir überhaupt nicht an ihr Parteibuch, sondern an die Tatsache, dass sie jahrelang Gleichstellungsbeauftragte war“, sagt Lincke, die nun den Part übernimmt. Wahrscheinlich im Herbst wird es die Ausstellung dann doch noch im Rathaus geben — so zumindest der neue Plan.

„Ich finde das Verhalten des Bürgermeisters kleinkariert. Ich kandidiere doch nicht mehr“, sagt Schlößer.