Aufzug für S-Bahnhof gefordert

VRR lobt Langenfelder Stationen in seinem Prüfbericht. Pendler wünschen sich einen Aufzug in Berghausen.

Langenfeld/Monheim. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ist mit dem Zustand der beiden Langenfelder S-Bahnhöfe sehr zufrieden. Jedenfalls haben nach dem Urteil seiner Profitester sowohl der am Katzberg gelegene Bahnhof Langenfeld (Rhld) als auch die Station in Langenfeld-Berghausen „akzeptables Erscheinungsbild“. Unter dem Strich bekommen beide im jetzt vorgelegten Stationsbericht einen grünen Punkt — die bestmögliche von drei Bewertungsstufen. Von insgesamt 296 im gesamten VRR-Gebiet untersuchten Bahnhöfen waren 149 im grünen Bereich, also gerade einmal die Hälfte. Dagegen bekamen 93 Stationen den gelben Punkt („gerade noch akzeptabel“) verpasst und 54 gar den roten („nicht akzeptabel“).

Während der Bahnhof am Katzberg schon in den Vorjahren im grünen Bereich lag, war Berghausen 2016 im Gesamturteil für die drei Kriterien Sauberkeit, Funktion und Graffiti in die gelbe Zone abgerutscht. Was die Farbschmierereien angeht, bekam der Berghausener S-Bahnhof wie im Vorjahr auch diesmal ein Rot. Am Katzberg gibt es nach dem VRR-Urteil auf dem Bahnsteig kein Graffiti-Problem und am Zugang allenfalls ein kleines, zudem gab es Gelb und Grün für die Funktion, also den Zustand von Hinweisschildern, Aufzug, Wetterschutz und Bahnhofsmobiliar.

Was viele Fahrgäste am Berghausener Haltepunkt indes vor allem stört: Es gibt weder einen Aufzug zu der über die Gleise führenden Berghausener Straße noch eine Rampe. Stattdessen verbindet eine steile Treppe Bahnsteig und Brücke. „Das ist wirklich ein großes Minus“, räumt Langenfelds städtischer Verkehrsplaner Franz Frank ein. „Wir werden den aktuellen Stationsbericht zum Anlass nehmen, beim VRR nachzuhören, wann Berghausen endlich einen Aufzug bekommt. Wenn die Tester sich schon Jahr für Jahr jeden Bahnhof anschauen, dann muss sich in dieser Sache doch mal etwas tun. Auch wenn der Einbau eines Aufzugs technisch schwierig ist und je nachdem auf der Brücke noch die Fahrbahn zu überqueren wäre.“ In einem aktuell unter dem Titel „Mobilitätsoffensive“ laufenden Förderprogramm zum Ausbau von S-Bahnhöfen sei die Berghausener Station nicht enthalten, sagte VRR-Sprecher Dino Niemann.

Immerhin gibt es einige Verbesserungen im Umfeld der S-Bahnhöfe. Nach Angaben des Langenfelder Chefplaners Ulrich Beul haben die für Pendler vor gut einem Jahr zusätzlich errichteten 98 Stellplätze den Parkraummangel deutlich entspannt. Insgesamt gibt es nun 450 Park-and-Ride-Stellplätze. Gut für Bus- und Bahnnutzer ebenfalls: Am S-Bahnhof Berghausen und elf weiteren Bushaltestellen in Langenfeld und Monheim werden noch in diesem Jahr elektronisch gesteuerte Anzeigetafeln installiert, die den wartenden Fahrgästen die Ankunftszeiten der Linienbusse mitteilen. Außerdem werden laut Verkehrsplaner Frank im Juni am S-Bahnhof Katzberg zehn weitere Fahrradboxen aufgestellt, die anders als die an Dauermieter vergebenen Boxen per Smartphone tageweise für 1,50 Euro gebucht werden können.

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