Anwohner wollen die Spielstraße ihrer Kinder retten

Anwohner wollen die Spielstraße ihrer Kinder retten

Die vorgesehene Wohnbebauung am Eckener Weg würde bis zu 240 Autos täglich durch die Straße führen.

Langenfeld. Seit mehr als 25 Jahren wohnen Ottomar Lausch und seine Frau am Auguste-Piccard-Weg. „Und wir wohnen gerne hier“, sagt der Langenfelder. Doch die von der Stadt geplante Bebauung stößt in der Siedlung auf heftige Kritik — das zeigte bereits die Ausschusssitzung im Dezember vergangenen Jahres, in der hitzig diskutiert wurde. Anwohner machten ihren Sorgen Luft, dass sich durch die Entstehung von 30 Wohneinheiten südlich des Eckener Wegs das Verkehrsaufkommen in der Siedlung erheblich verstärken werde.

„Der Auguste-Piccard-Weg ist nur vier Meter breit. Es ist schon jetzt sehr eng, wenn wir aus der Garage fahren wollen, gegenüber ist gleich die Einzäunung des Kindergarten-Geländes. Wie sollen wir künftig aus der Garage kommen, wenn ständig Autos vorbeifahren?“, fragt sich Ottomar Lausch.

Zur Erinnerung: Die Stadt will südlich des Eckener Weges, dort wo derzeit ungenutzte Gebäude des Fitnesscenters Pohlmann stehen, Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser bauen. Die Angst vor mehr Verkehr rührt daher, dass der Eckener Weg gen Süden verlegt werden und nicht mehr an die Düsseldorfer Straße (B8) angeschlossen werden soll.

Der Verkehr in das Neubaugebiet würde dann von der nördlich gelegenen Theodor-Heuss-Straße über den Auguste-Piccard-Weg auf den Eckener Weg geführt werden.

Hinzu kommt die Angst von Anwohnern, vor allem am Auguste-Piccard-Weg, durch den Schattenwurf der neuen Häuser bald im Dunkeln zu sitzen. Ottomar Lauschs Haus betrifft zumindest das nicht. Er sorgt sich mehr um den Verkehr: „Kommen sich zwei Autos hier auf der Spielstraße entgegen, wird es eng. Wir fragen uns wirklich, wie der Schwerverkehr während der Bauzeit hier vorbeikommen soll“, sagt Lausch.

Neben Schäden auf dem Pflaster, „für die wir dann möglicherweise auch noch aufkommen müssen“, kommt die Gefahr für Kinder und ältere Leute: „Wir haben in unmittelbarer Nähe das Haus der Lebenshilfe und ein Seniorenheim. Ich hoffe sehr, dass da kein Unglück geschieht.“ Denn laut Prognose werden künftig 240 Autos täglich durch das Wohngebiet fahren.

Im nächsten Ausschuss für Planung ist das Vorhaben erneut Thema. Vier Wochen lang wurde der Bebauungsplan ausgelegt, Bürger konnten Einwände einreichen. Doch der Protest — wie er sich in den Ausschüssen und bei Infoveranstaltungen in der Siedlung zeigte — spiegelte sich laut Stadtplaner Stephan Anhalt nicht in der Anzahl der schriftlichen Einwände wider. „Uns haben weniger als 20 Schreiben erreicht“, sagt Anhalt.

Ottomar Lausch hat dafür eine Erklärung: „Nicht jeder traut sich zu, so ein Schreiben zu formulieren“, sagt der Anwohner des Auguste-Piccard-Wegs. „Vielleicht haben auch viele geglaubt, sie hätten bei den Terminen mit Vertretern der Politik und der Stadt genügend auf ihr Anliegen und ihre Sorgen aufmerksam gemacht“, sagt er.

Laut Stephan Anhalt ist nicht die Anzahl der schriftlichen Einwände Grund dafür, dass Bürgerkritik in weitere Planungen einfließt, sondern die Qualität der Argumente. Er geht zum jetzigen Punkt aber nicht davon aus, dass sich an dem Gesamtkonzept der Bebauung noch etwas ändern werde. „Die Argumente waren nicht so, dass das Konzept infrage gestellt werden müsste.“

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