Langenfeld/Monheim : 20 Minuten für einen Pannenfall

„Gelber Engel“: Dennis Becker aus Langenfeld berichtet von seinen Erfahrungen.

Wenn für Dennis Becker der Dienst beginnt, steigt er am Wohnort in eine rollende Kfz-Werkstatt ein: In den Schubfächern auf der Ladefläche sind unzählige Hilfsmittel verstaut, von Schraubenschlüsseln über Dosen mit Multiöl und Haftschmierstoff bis hin zum Abschleppseil. Zu den wichtigsten Werkzeugen gehören für den Düsseldorfer die Strommesszange und das Starterkabel: Probleme an der Autobatterie waren mit einem Anteil von 42 Prozent auch im Jahr 2018 die Hauptursache der Pannennotrufe beim Allgemeinen Deutschen Automobilclub (ADAC).

Für die „gelben Engel“ ist der gelernte Kfz-Mechatroniker Dennis Becker seit 2011 auf Achse. Sein Haupteinsatzgebiet ist die Landeshauptstadt, aber auch im Umland kommt er viel herum: „Wir machen nicht an Stadtgrenzen Halt, sondern fahren da hin, wo wir gebraucht werden und achten darauf, dass das gesamte Gebiet immer gut abgedeckt ist“, betont er.

Motor und Lenkung sind die häufigsten Probleme

So führen ihn Einsätze immer wieder auch nach Monheim und Langenfeld ebenso wie nach Hilden, Erkrath, Mettmann, Haan – und seltener auch bis nach Solingen. Eingeteilt sind die Straßenwachtfahrer in verschiedene Schichten. Koordiniert werden die Einsätze der gelben Engel in Nordrhein-Westfalen in der Dormagener Hilfezentrale.

Der erste Auftrag führt die Pannenhelfer oft in die nähere Umgebung ihres Wohnumfeldes. Auf einem Tablet können die „gelben Engel“ Details des Auftrags einsehen.

Im Durchschnitt 20 Minuten habe er mit einem Havaristen zu tun, erklärt Becker – mit entsprechend großer zeitlicher Bandbreite. Für rund ein Fünftel der Einsätze sind laut ADAC-Jahresstatistik der Motor oder das Motormanagement verantwortlich, gefolgt von Problemen bei Lenkung, Bremsen, Antrieb oder Fahrwerk. „Radwechsel kommen natürlich auch vor“, erklärt Dennis Becker. Das Pannenvolumen von Elektroautos halte sich angesichts des eher geringen Bestandes an Fahrzeugen eher in Grenzen, heißt es vom Automobilclub: Nur einige hundert der bundesweit fast vier Millionen Einsätze gingen auf das Konto liegengebliebener Elektroautos.

Auch Anrufe bei kleinen,
harmlosen Problemen

Doch nicht in jedem Fall geht es bei den Hilferufen um gravierende Probleme: Verunsicherte Verkehrsteilnehmer riefen die Pannenhilfe häufig auch wegen aufleuchtender Fehlerlampen an, berichtet Becker. Ein Autofahrer habe sogar den ADAC verständigt, weil er sich beim Einparken zwischen Nachbarauto und Pfeiler festgefahren hatte. Und auch ein mysteriöses Klappern ab Tempo 50 rief Dennis Becker auf den Plan.

„Die Anruferin traute sich nicht weiterzufahren“, erzählt der Straßenwachtfahrer. Die Sorge erwies sich jedoch zum Glück als unbegründet: Denn als Verursacher des Geräusches entpuppte sich schließlich der lange Mantel der Fahrerin. Ein Teil von ihm war nach dem Schließen der Autotür draußen geblieben und flatterte im Wind.

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