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Abschied: Pater Joseph bricht auf zu neuen Abenteuern

Abschied: Pater Joseph bricht auf zu neuen Abenteuern

Die Gemeinde St. Josef und Martin verabschiedet ihren Priester, der nach zehn Jahren in seine indische Heimat zurückkehrt.

Langenfeld. Es ist ein schmerzvoller Abschied, sagt Pater Joseph. Das Wohnzimmer in der Richrather Pfarrwohnung wirkt karg, nur Fernseher und Couchtisch sind geblieben. „Das sah mal anders aus“, sagt der Inder und lacht auf seinen Einrichtungsstil angesprochen. „Aber wenn etwas zur Gewohnheit wird, muss ich mir etwas Neues suchen. Eine neue Herausforderung, ein Abenteuer“, sagt der 45-Jährige. Deshalb geht es nun zurück nach Indien.

Vor zehn Jahren kam er nach Langenfeld in die Gemeinde St. Josef und Martin. „So lange an einem Ort, das ist für mich schon eher ungewöhnlich“, sagt er. Denn zuvor war der Geistliche innerhalb Indiens viel gereist.

Insgesamt 15 Jahre dauerte es, bis Pater Joseph Peedikhadathil in Indien zum Priester geweiht wurde. „Mit 15 Jahren entschied ich mich, in den Orden einzutreten. Ich wollte andere Sprachen und Kulturen kennenlernen und vor allem Menschen helfen“, sagt er. Denn in Indien gehe es nicht ums Predigen, darum Messen abzuhalten, sondern vielmehr um die missionarische Arbeit. „Wir kümmern uns vor Ort um arme Leute, um kranke Menschen. Wir werden eingesetzt in Schulen, um bei der Erziehung zu helfen oder um Wissen zu vermitteln“, sagt Pater Joseph.

Deshalb sei der Weg zum Priester auch ein anderer als in Deutschland: Neben dem Theologie- und Philosophiestudium hat Pater Joseph auch einen internationalen Studienabschluss in Politikwissenschaften und Soziologie. „Ich habe auch ein Praktikum in einer Schule in Neu-Delhi gemacht und habe Sozialkunde und Englisch gelehrt“, sagt er. Später gründete Pater Joseph sein eigenes Hilfsprojekt.

Doch dann habe ihn erneut die Abenteuerlust gepackt. „Ich wurde gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in einer deutschen Gemeinde zu arbeiten. Und ich sagte sofort zu“, erinnert er sich. Sein erster Eindruck am deutschen Flughafen: „Es war sechs Uhr abends und immer noch hell. Das war eine ganz positive Überraschung“, sagt er und lacht herzhaft. Die Autobahn, die Sauberkeit und „die ganz andere Luft“ hätten ihn ebenfalls „fasziniert“.

Von den Gemeindemitgliedern sei er liebevoll aufgenommen worden. Unter anderem wirkte er auch als Präses bei den Sebastianus-Schützenbrüdern in Reusrath und in der Kolping-Familie in Immigrath mit. Er hielt Messen, Taufen, Beerdigungen und Hochzeiten ab.

Wenn es nun zurück nach Indien geht, wird er einiges aus Deutschland mitnehmen. „Diese Klarheit bei der deutschen Arbeitsweise. Diese Struktur“, sagt er. Bei seiner geplanten Doktorarbeit werde er das auch gut gebrauchen können.