A 3 bei Solingen: Standstreifen ist nur Zwischenlösung

Autobahn zwischen Hilden und Leverkusen : Behörde will über A 3-Ausbau informieren

Straßen NRW möchte mit einem Dialogbus in unterschiedlichen Städten Station machen. Termin für Spatenstich steht noch nicht fest. Federführung des Ausbaus wird später bei einer anderen Behörde liegen.

Die Autobahn A 3 bei Solingen gehört zu den am stärksten befahrenen Fernstraßen in Deutschland. Jeden Tag sind auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung nach einer 2017 erhobenen Statistik rund 125 000 Fahrzeuge unterwegs – Tendenz steigend. Aus diesem Grund soll die A 3 in den kommenden Jahren zwischen Opladen und Hilden auf insgesamt acht Fahrspuren ausgebaut werden. Wobei die Option, zukünftig auch die Standstreifen für Autos freizugeben, wohl keine Dauerlösung darstellen wird.

Dies hat eine Sprecherin des zuständigen Landesbetriebes Straßen NRW am Dienstag bestätigt. „Bei solchen Freigaben kann es sich immer nur um temporäre Angelegenheiten handeln“, hieß es aus der Regionalniederlassung Rhein-Berg der Behörde, nachdem dort bereits zum Wochenanfang ein Treffen von Straßen NRW mit Vertretern der Anrainer-Kommunen und -Kreise stattgefunden hatte.

Absage für Idee, die vorhandenen Standspuren mitzunutzen

Einziges Thema bei der Zusammenkunft in Köln war der Ausbau der A 3 gewesen, der seit dem Jahr 2016 im Bundesverkehrswegeplan steht und der irgendwann im nächsten Jahrzehnt beginnen soll. Wobei nach Bekanntwerden des Vorhabens jedoch zusehends Kritik aufgekommen war. So hatten sich zuletzt beispielsweise Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sowie dessen Amtskollegen aus den Rathäusern in Langenfeld, Hilden und Leichlingen in einem Brief an Straßen NRW gewandt und unter anderem die Möglichkeit ins Spiel gebracht, die vorhandenen Standspuren als zusätzliche Fahrbahnen zu nutzen. Eine Variante, der der Landesbetrieb nun eine Absage erteilte. „Wir haben den Auftrag, die Erweiterung der Autobahn auf acht Spuren zu prüfen“, stellte die Behörden-Sprecherin klar, die parallel aber auch betonte, die Planungen befänden sich einstweilen noch in einer frühen Phase. So seien gerade erst einleitende Schritte – in Form eines Verkehrsgutachtens – in die Wege geleitet worden, teilte Straßen NRW mit.

Dieses Gutachten, bei dem einmal mehr die Zahl der Fahrzeuge ermittelt wird, dürfte in Kürze vorliegen. Daran anschließend werden weitere Vorarbeiten folgen, die in einigen Jahren wiederum in der Erstellung einer sogenannten Vorzugsvariante münden sollen.

Ob eine solche Lösung danach aber sofort realisiert wird, bleibt offen. Denn in der Region regt sich zunehmend Widerstand gegen die Ausbaupläne für die A 3. Zum Beispiel gründete sich vor wenigen Wochen in Hilden unter Federführung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) eine Bürgerinitiative, die sich die Verhinderung des Mammutprojektes auf die Fahnen geschrieben hat und die mehr Transparenz in dem Verfahren fordert. Ein Wunsch, dem Straßen NRW nachkommen will. Wie die Sprecherin des Landesbetriebes nämlich ankündigte, werden die Experten der Behörde spätestens ab Herbst auf eine Informationstour gehen. „Unser Dialogbus wird dann in den unterschiedlichen Städten Station machen, um die Bürger frühzeitig einzubeziehen“, versicherte die Straßen NRW-Sprecherin.

Insgesamt sind mehrere Veranstaltungen vorgesehen. „Diese werden im September und Oktober sowohl im nördlichen Bereich der Ausbaustrecke, also in Hilden beziehungsweise in Ohligs, als auch in Leichlingen /Langenfeld und in Opladen stattfinden“, sagte die Sprecherin, die darüber hinaus betonte, ihre Behörde werde sich den Menschen an stark frequentierten Orten, etwa in Fußgängerzonen und bei Stadtfesten stellen.

Wann genau der erste Spatenstich der Verbreiterung erfolgen könnte, ist noch unklar. Wobei deutlich ist, dass die Federführung später bei einer anderen Behörde liegen wird. „Es gibt den Beschluss, eine spezifische Autobahn-Gesellschaft zu gründen, die zuständig wäre“, hieß es von Straßen NRW am Dienstag diesbezüglich. Um Verzögerungen oder doppelte Arbeiten auszuschließen, würden die mit dem A 3-Ausbau befassten Sachbearbeiter vom Landesbetrieb in die neue Behörde
wechseln.

Mehr von Westdeutsche Zeitung