36-Jähriger in Monheim erstochen - Angeklagte räumen Tat ein

Zwei Männer vor Gericht : Bluttat: Angeklagter räumt tödliche Stiche ein

Ein 36-Jähriger wird im vergangenen Sommer in Monheim auf offener Straße umgebracht. Nun gestehen zwei Männer vor Gericht die Tat. Angegriffen habe aber das Opfer.

Luftbilder, aufgenommen aus einem Polizeihubschrauber, zeigen schon aus größerer Höhe eine enorme Blutlache am Tatort. Ein halbes Jahr nach der Tötung eines 36-Jährigen auf offener Straße in Monheim haben zwei Männer vor Gericht die Tat gestanden. Es sei aber nicht ihre Absicht gewesen, ihn umzubringen. Der 36-Jährige habe zuerst auf sie eingeschlagen.

Ein 38-jähriger arbeitsloser Hilfsarbeiter gestand die tödlichen Stiche mit einem Taschenmesser ins Bein des Opfers: „Ich wollte verhindern, dass er hinter uns herläuft“, sagte der Deutsche. Ihre blutige Kleidung hätten sie am Rhein verbrannt und das Messer in den Fluss geworfen. Beide Männer bedauerten die Tat. Sie hatten sich drei Tage später der Polizei gestellt.

„Für mich war das eine Schlägerei“, sagte einer der Angeklagten, ein 40-jähriger fünffacher Vater. Dass sein Kumpel dabei mit einem Messer auf den 36-Jährigen einstach, habe er gar nicht mitbekommen, sagte er am Freitag beim Prozessauftakt am Landgericht Düsseldorf.

Das Opfer habe sie im Juli 2019 plötzlich nachts auf der Straße angegriffen. „Er hat mich sofort mit der rechten Faust ins Gesicht geschlagen“, sagte der 40-Jährige. Da habe er „Rot“ gesehen. „Ich war total in Rage“, sagte der Serbe.

Ein Handy-Video eines Zeugen zeigt, wie einer der Täter mit voller Wucht auf eine Gestalt am Boden eintritt. „Der war mit einer Ex-Partnerin von mir zusammen. Wir hatten damals Streit, aber das war längst vorbei. Das ist zehn oder elf Jahre her“, beteuerte der 40-Jährige. Zur Tatzeit sei er außerdem „ziemlich besoffen“ gewesen.

Der Rechtsmediziner, der die Leiche des 36-Jährigen obduziert hatte, sagte, das Messer habe am Bein vier Arterien verletzt. Dadurch sei das Opfer verblutet. Er habe aber auch Stichwunden in Oberkiefer und Nacken entdeckt. Außerdem „sehr massive Spuren“ von Gewalt am Kopf des Toten. Spuren an der Hand-Oberfläche des Toten deuteten daraufhin, dass dieser auch zugeschlagen habe. Die Anklage wirft beiden Männern Totschlag vor. Der Prozess wird fortgesetzt.

Mitteilung der Behörden

(dpa)