Kreis Mettmann: Wege aus der Haushalts-Krise

Kreis Mettmann: Wege aus der Haushalts-Krise

Die Verbraucherberatung erhält auch Anfragen von Bürgern, die aus verschiedenen Gründen mit dem Geld nicht mehr auskommen.

Kreis Mettmann. Es gibt die weltweite Wirtschaftskrise. Und es gibt die persönliche Haushalts-Krise. Letztere kann mit den großen globalen Problemen zusammenhängen, wenn hierzulande der Arbeitsplatz verloren geht oder auch Kurzarbeit ansteht.

"Natürlich kommen zu uns als Folge der Wirtschaftskrise immer mehr Ratsuchende, um zu schauen, wo man daheim noch einsparen kann, weil es finanziell vorne und hinten nicht mehr reicht", sagt Andreas Adelberger, Leiter der Verbraucherberatung in Velbert, vor dem Hintergrund, dass am 15. März der Weltverbrauchertag ist.

Doch auch Menschen mit einem regelmäßigen und ausreichenden Einkommen suchen Rat und Hilfe bei der Verbraucherzentrale. Das können zum Beispiel die steigenden Energiekosten sein, denn fast 90 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten sind für das Heizen und die Warmwasserbereitung nötig.

Richtig in die Krise rutscht der private Haushalt, wenn Menschen auf unseriöse Geschäftemacher hereinfallen. Adelberger kennt den Fall einer 81-jährigen Frau aus Velbert. Ihr wurde von einer Kölner Bau- und Modernisierungsfirma mit dem Argument einer Energiesparmaßnahme ein neuer Fassadenputz für ihr Haus an der Kaiserstraße aufgeschwatzt.

"Der Festpreis betrug 14.500 Euro. Der Fassadenputz war sowohl zu teuer also auch völlig nutzlos als Energiesparmaßnahme. Zum Glück ist die Frau noch rechtzeitig zu uns gekommen", sagt Adelberger.

Mit Hilfe der Verbraucherzentrale konnte der Vertrag mit der Firma, gegen die ein Ermittlungsverfahren läuft, widerrufen werden. Einen ähnlichen Fall gab es auch in Langenfeld. Dort sollten 20.000 Euro für einen völlig überflüssigen Fassadenputz fällig werden.

Ebenfalls an der Haustüre überrumpelt wurde die Velberterin Anna M., als sie dem freundlichen Mitarbeiter einer Telefonanbieters die Monatsabrechnung ihrer bestehenden Telefongesellschaft zeigte. Weil dort auch ihre Bankverbindung zu finden war, erschlich sich der Mitarbeiter ohne ihr Wissen einen Neuvertrag.

Wenig später flatterte die Aufforderung zur Zahlung der Anschlussgebühr ins Haus. Als die Frau diese nicht zahlte, rückte das freie Netz-Unternehmen direkt mit einer Batterie von Anwälten an, die fast 200 Euro einforderten.

Manchmal bringen sich die Menschen selbst in eine schwierige Lage. So geschehen bei einer Frau aus Heiligenhaus, die in zehn kommerziellen Lotto-Tippgemeinschaften eingestiegen war und deshalb monatlich 450 Euro verspielte - und zwar meistens mit einer zweijährigen Bindung.

Als sich ihre private und finanzielle auf einmal änderte, war es für sie - und die Verbraucherzentrale - ein anstrengender Weg, aus der Vertragsbindung herauszukommen.