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Kreis Mettmann macht Ernst beim Klimaschutz

Kreis Mettmann : Eine Million Euro fließt in Klimaschutz

Die Liste, die aus Vorschlägen und Anträgen aus Politik und Verwaltung entstanden ist, findet fraktionsübergreifend Anklang. Für die Umsetzung sind im Haushalt eine Million Euro vorgesehen, die ab sofort freigegeben sind.

Der Ausschuss für Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz des Kreises Mettmann (ULAN) hat jetzt eine Liste von Klimaschutzmaßnahmen beschlossen, die ergänzend zum eigentlichen „Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes“ (IKKK) umgesetzt werden sollen.

Die Liste, die aus Vorschlägen und Anträgen aus Politik und Verwaltung entstanden ist, gliedert sich in die Abschnitte A, B und C und wurde im Ausschuss fraktionsübergreifend gelobt. Für die Umsetzung sind im Haushalt eine Million Euro vorgesehen, die ab sofort freigegeben sind.

Der Kreis Mettmann drückt also aufs Tempo beim Klimaschutz. Das Konzept wurde im Oktober 2018 vom Kreistag beschlossen und umfasst 53 Maßnahmen, von denen 30 innerhalb von drei Jahren umgesetzt werden müssen, um die Fördermittel vom Bund zu erhalten.

Sebastian Kock ist seit Oktober 2019 Klimaschutzmanager

Dazu gehören etwa Beratungsangebote für Hauseigentümer, Hochwassermanagementpläne, Koordinierung der Radverkehrsinfrastruktur und die Einbindung des Handwerks. Seit Oktober 2019 komplettiert Sebastian Kock als Klimaschutzmanager die Stabstelle Klimaschutz und darauf folgend wurde das Bewertungskriterium „Klimarelevanz“ in allen Beschlussvorlagen der Kreisverwaltung eingeführt. Mittelfristig soll eine kreisweite Treibhausgasbilanz aufgestellt werden, um die Wirksamkeit der vielfältigen Bemühungen zu überprüfen, hieß es im ­Ausschuss.

Aus den weiteren Ideen, die über die letzten Monate als Änderungsanträge für den Haushalt eingereicht wurden, hat die Verwaltung nun eine geordnete Liste erstellt. Unter Punkt „A“ befinden sich sechs Maßnahmen, die ab sofort umgesetzt werden können, während jene Ideen unter Punkt „B“ weiterer Prüfung bedürfen. Sofort umgesetzt werden sollen zum Beispiel Photovoltaikanlagen und Dachbegrünung auf allen kreiseigenen Gebäuden (dazu gehören Berufskollegs und Förderschulen) sowie deren Sanierung und Umrüstung auf erneuerbare Energien.

Auf Vorschlag von Bündnis 90/Die Grünen soll eine Baumpflanzoffensive gestartet werden, um zusätzlich zur laufenden Grünpflege 100 Bäume pro Jahr an neuen Standorten zu pflanzen. Auf Eigeninitiative der Kreisverwaltung soll außerdem die kreiseigene Fahrzeugflotte mittels Leasing auf Elektroautos umgestellt und für jene Standorte, für die es sinnvoll ist, Pedelecs angeschafft werden.

Weiterer Prüfung und Planung bedarf dagegen das „1000-Dächer-Programm“ zur Förderung von Photovoltaikanlagen auf privaten Hausdächern. Hier ändern sich stetig die Rahmenbedingungen durch auslaufende Bundesförderungen und wachsendes Eigeninteresse der Hauseigentümer. Ein Workshop mit verschiedenen Akteuren (Kreishandwerkerschaft, IHK Düsseldorf, Wirtschaftsförderungen, Energie-Agentur, etc.) soll durchgeführt werden, um den Bedarf weiterer Werbung und Förderung der Anschaffungskosten zu ermitteln. Ebenfalls unter Punkt B fallen Ideen wie „Anwerbung von Langzeitarbeitslosen zur Landschaftspflege“, Mobilitätskonzept (beides von den Grünen), Schnellbusnetz (FDP) oder „Durchführung eines Schüler-Klimagipfels“ (CDU). Alexandra Grüber (CDU) dankte der Verwaltung für die „ausgewogene und schlüssige Vorlage“, der man bedenkenlos zustimmen könne. Am Ende belaufen sich die bisher geplanten Maßnahmen auf rund 615 000 Euro, so dass von der Million noch Reserven für weiteres übrig ­bleiben.

Der Ausschuss für Umwelt-, Landschafts- und Naturschutz stimmte der Vorlage einstimmig zu – das kommt noch lange nicht alle Tage vor.