Jan Heinisch will die Parteibasis mitnehmen

Jan Heinisch will die Parteibasis mitnehmen

Der Heiligenhauser erhielt knapp 70 Prozent der Stimmen und löst Wilhelm Droste ab.

Mettmann. Ein so klares Wahlergebnis hatten nur die wenigsten erwartet: Mit fast 70 Prozent der Stimmen wählten die Delegierten auf dem Kreisparteitag der CDU am Donnerstagabend in der Mettmanner Neandertalhalle Jan Heinisch zum neuen Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes. "Ich nehme mit großer Freude die Wahl an und gebe mir alle Mühe, Ihnen ein guter Vorsitzender zu sein", sagte der strahlende Wahlsieger.

Zu den ersten Gratulanten zählte sein Kontrahent, der Landtagsabgeordnete Harald Giebels, der in der geheimen Abstimmung überraschend deutlich unterlegen war: Er konnte nur 30 Prozent der 174 Delegierten hinter sich vereinen. Giebels war sichtlich geschockt über sein unerwartet schlechtes Abschneiden. "Das ist ein ganz bitteres Ergebnis für mich", räumte er ein. Gleichwohl sicherte er seine Bereitschaft zu, weiter in der Kreispartei mitzuarbeiten.

Doch es sollte für den Haaner Landtagsabgeordneten noch schlimmer kommen: Auch bei der Wahl der drei stellvertretenden Kreisvorsitzenden - Giebels war aus dem Plenum für diesen Posten vorgeschlagen worden - landete er weit abgeschlagen.

Vor der Wahl hatten beide Kandidaten Gelegenheit, sich und ihre Positionen vorzustellen. Dabei konnte Heinisch mit seinem frischen und mitreißenden Vortrag deutlich gegenüber Giebels punkten. Zwischenapplaus erhielt der Heiligenhauser Bürgermeister vor allem für seine beabsichtigte Ausrichtung auf die Parteibasis und seine kommunale Verankerung.

Jan Heinisch ist nach Willi Müser, Heinz Schemken, Theo Blank und Wilhelm Droste der fünfte Kreisvorsitzende der CDU. Mit 34 Jahren ist er so alt wie Droste, als dieser vor 15 Jahren gewählt wurde.

Droste zog in einem wehmütigen Schlussbericht als Parteivorsitzender eine sehr persönliche Bilanz. Er dankte vielen Weggefährten und appellierte an die Partei, sich geschlossen hinter den neuen Vorsitzenden zu stellen. Der Zeitpunkt für den Wechsel an der Spitze sei günstig, weil längere Zeit keine Wahlen anstehen und sich der neue Vorstand in Ruhe einarbeiten könne. Für ihn sei die Aufgabe des Amtes "kein Rückzug aus der Politik", er werde sich weiter für die Kreis-CDU einsetzen.

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