Handel in Heiligenhaus: Neues Konzept, um Kunden anzuziehen

Handel in Heiligenhaus: Neues Konzept, um Kunden anzuziehen

Mit neuen Angeboten soll der Einzelhandelsstandort im Norden des Kreises Mettmann gestärkt werden.

Kreis Mettmann/Heiligenhaus. Die Lage zwischen zwei großen Städten muss nicht immer von Vorteil sein. Trotzdem ist Heiligenhaus durch die Kombination von kurzen Verbindungen in die Oberzentren und attraktiven Wohnbereichen ein beliebter Wohnort.

Nicht zuletzt deshalb verfügt die Stadt über eine vergleichsweise kaufkräftige Bevölkerung - sagt das Dortmunder Unternehmensberatungsinstitut Heinze und Partner, das für die Stadt ein Einzelhandelskonzept erarbeitet hat.

Das Kaufkraftniveau für Heiligenhaus liegt mit 109,03 Punkten deutlich über dem Bundesdurchschnitt (=100). Im Vergleich zu den umliegenden Städten zählt Heiligenhaus jedoch eher zum Mittelfeld, denn Ratingen hat zum Beispiel 120,3 Punkte aufzuweisen.

Frank Heinze kommt zu dem Schluss, dass Heiligenhaus derzeit mehr als Wohnstandort, denn als Einzelhandelsstandort wahrgenommen wird - obwohl es insgesamt 132 Einzelhandelsbetriebe mit rund 32120 Quadratmetern Gesamtverkaufsfläche gibt.

Hinzu kommt, dass auch die Heiligenhauser auf der Suche nach speziellen Waren - wie zum Beispiel neue Medien, aber auch Bekleidung - in die Nachbarstädte ausweichen. Frank Heinze rechnet vor, dass von einem ausgegebenen Euro nur 70 Cent in der Stadt Heiligenhaus bleiben. Der Rest würde in andere Städte abfließen.

Durch eine Kundenbefragung wurde deutlich, dass 87 Prozent der Konsumenten in der Stadt leben. Die restlichen 13 Prozent kommen von außerhalb. Und damit sind in erster Linie Kunden aus Ratingen-Hösel und Velbert gemeint.

Die Gutachter gehen davon aus, dass sich der Zustrom von Kaufkraft aus Hösel nach Heiligenhaus mit Fertigstellung des Projekts Selbecker Markt in Oberilp zukünftig noch verstärken wird.

Das Einzelhandelskonzept schlägt vor, das Angebot in der Innenstadt zu verbreitern und aufzuwerten, um auch potenzielle Kunden aus den Nachbarstädten anzusprechen. Ein konkretes Beispiel gibt es für das ehemalige Kiekert-Gelände. Ein Projektszenario sieht dort einen Verbrauchermarkt mit insgesamt 2000Quadratmetern Verkaufsfläche sowie einen ergänzenden Lebensmitteldiscounter mit 900Quadratmetern vor. Auch ein Fachmarkt für Unterhaltungselektronik mit 1500 Quadratmetern könnte sich dort niederlassen.

Ein weiteres Einkaufscenter an der Hauptstraße könnte ein Bekleidungsgeschäft (1000 Quadratmeter), ein Sportfachgeschäft (600Quadratmeter) ein Schuhgeschäft (400 Quadratmeter) und einen Buchhandel (350 Quadratmeter) bieten. Auch bleibt dort noch genügend Platz für einen kleinteiligen Einzelhandel und Gastronomie.

Damit würden in der Heiligenhauser Innenstadt auf 7850 Quadratmetern neue Angebote entstehen. Ein Center als reines Fachmarktzentrum mit noch mehr Discounter-Angeboten hingegen empfehlen und unterstützen die Dortmunder Berater nicht.

Den Kunden müsse ein Grund geboten werden, die Innenstadt zu besuchen. Und dieses soll ab dem Jahr 2010 mit der neuen Entflechtungsstraße besonders einfach werden. Doch hat das Einzelhandelskonzept auch schon einen Wermutstropfen entdeckt: Mehr Kunden bedeutet auch mehr Pkw-Verkehr. Und damit auch Parkplätze. Wo die entstehen sollen, muss noch geklärt werden.

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