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Yannick Hoppe ist Hildens jüngster Parteichef

Hilden : Hildens jüngster Parteichef hat viel vor

Yannick Hoppe leitet seit kurzem die Geschicke des Hildener Ortsvereins der FDP. Der 26-Jährige hat das Amt von Thomas Remih übernommen. Bislang war Hoppe dessen Stellvertreter. Der Jurist ist in der Hildener aber kein unbeschriebenes Blatt.

Mit seinen 26 Jahren ist Yannick Hoppe schon ein alter Hase in der Hildener Lokalpolitik. Bereits im Alter von 14 Jahren trat er den Jungen Liberalen bei, er saß für die FDP von 2014 bis Ende 2018 im Stadtrat. Seit kurzem leitet er als Vorsitzender die Geschicke des Ortsverbandes der FDP. Und ist damit aktuell der jüngste Parteichef in Hilden.

„Geprägt hat mich schon sehr früh die Arbeit im Kinderparlament“, erinnert sich der Jurist. Als sich der Fußballfan in der dritten Klasse dafür einsetzt, dass die Elbseeschule zwei stabile Metalltore erhält, hat er gemerkt, dass er etwas bewirken kann. „Man muss sich nur aktiv beteiligen. Die Tore wurden zwar erst aufgebaut, als ich schon die weiterführende Schule besucht habe, aber damals habe ich mir gesagt, dass ich am Ball bleiben will.“

Hoppe ist durchaus bereit,
Kompromisse einzugehen

Geduld und Kompromissbereitschaft lernt der junge Lokalpolitiker auch sehr schnell: Trotz der teilweise langen Entscheidungswege hat Yannick Hoppe nie daran gedacht, die Politik wieder an den Nagel zu hängen. „Ich bin Mitglied einer kleinen Partei, deren Ideen in der Regel nicht zu 100 Prozent umgesetzt werden. Wir müssen Kompromisse eingehen.“

Die FDP ist für den 26-Jährigen aus einem ganz einfachen Grund zur politischen Heimat geworden: „Das ist meine Geisteshaltung. Mit gefällt es, dass jeder dieselben Chancen erhalten soll und sein Leben eigenverantwortlich lebt.“ Als Beispiel nennt er die Chancengleichheit in der Bildung. „Meine Eltern haben beide nicht studiert. Mein Vater ist Handwerker, meine Mutter Krankenschwester.“ Trotzdem habe er studieren können. „In die Fußstapfen meiner Eltern hätte ich ohnehin nicht treten können: Mir fehlt handwerkliches Geschick – und Blut kann ich auch nicht sehen.“

Yannick Hoppe hat 2012 sein Abitur am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gemacht und danach Jura in Bonn studiert. Von 2014 bis Ende 2018 saß Yannick Hoppe im Stadtrat, ging dann aber für ein Jahr im Rahmen seines Studiums nach Südafrika. Stellenbosch, etwa 50 Kilometer von Kapstadt entfernt. „80 000 Einwohner, davon rund 35.000 Studenten“, erklärt Yannick Hoppe. Eine prägende Zeit für den jungen Hildener: „Das war ein wahnsinnig gutes Jahr für mich. Ich habe mit sieben Südafrikanern zusammengelebt und ein unglaublich tolles Land kennengelernt, das allerdings viele politische Probleme hat.“

Seit 2014 unterstützt Yannick Hoppe den Vorstand des Hildener FDP-Ortsvereins als stellvertretender Vorsitzender. „Ich habe mich um die Organisation gekümmert, Thomas Remih war als Vorsitzender Ansprechpartner und das Gesicht der Hildener FDP“, erklärt Yannick Hoppe. „Eigentlich mache ich genau das weiter, was ich auch in den letzten Jahren gemacht habe.“ Aber einige Akzente möchte der Lokalpolitiker, der auf Platz sieben der Liste für die Kommunalwahl steht, aber auch setzen. „Ich möchte neue Mitglieder für die FDP werben“, sagt er. Das soll unter anderem durch neue Formate klappen. Der „Freidenker-Club“ der Liberalen fand während der Corona-Krise beispielsweise erstmals online statt. Damit werden noch mehr Menschen erreicht. Sein Augenmerk legt Yannick Hoppe daher auf die neuen Medien und deren Möglichkeiten. Ein weiteres Ziel des für zwei Jahre gewählten Vorsitzenden: „Die FDP sollte bei der Kommunalwahl acht bis neun Prozent erhalten“, sagt Yannick Hoppe. „Vier Sitze sollten es schon sein.“ Bei der Wahl vor sechs Jahren holten die Liberalen 6,4 Prozent und drei Sitze.